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S-Schicht-Proteine als Bausteine für supramolekulares Engine

Crystalline bacterial cell surface layers (S-layers), S-layer associated cell wall polysaccharides and S-layer associated exoenzymes as building blocks for supramolecular engineering

Margit Sara (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P12938
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.1998
  • Projektende 31.05.2002
  • Bewilligungssumme 299.389 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (80%); Nanotechnologie (20%)

Keywords

    S-SCHICHTEN, BACILLACEAE, ZELLWANDPOLYMER, SELF-ASSEMBLY, EXOENZYME, SUPRAMOLEKULARES ENGINEERING

Endbericht

Für neue Entwicklungen im Bereich der Nanobiotechnologie, wie der Herstellung von Biochips, Biosensoren, biomimetischen Vakzinen oder Kunstviren, werden Moleküle benötigt, die in definierter Weise spontan miteinander in Wechselwirkung treten, und daher Selbstorganisationssysteme oder Self-Assembly Systeme darstellen. Der Aufbau von supramolekularen Strukturen aus einer oder mehreren Arten von Molekülen wird als "bottom up" - Strategie bezeichnet, die vor allem für die Herstellung von Strukturen mit einer Größe > 100 nm von Relevanz ist, und die der klassischen "top-down" Strategie, die im Wesentlichen mikrolithographische Techniken umfasst, gegenüber steht. Die Verwendung von natürlichen Self-Assembly Systemen zum Aufbau von supramolekularen Strukturen hat den Vorteil, dass die Moleküle im Zuge der Evolution optimiert wurden, und die Präzision von biologischen Systemen mit sich bringen. S-Schicht-Proteine, die als äußerste Zellgrenzfläche von vielen Bakterien und Archaea im Reich der Prokaryonten weit verbreitet sind, stellen ein Self-Assembly System erster Ordnung dar, was bedeutet, dass zum Aufbau eines monomolekularen Proteingitters nur eine einzige Protein- oder Glykoproteinspezies erforderlich ist. S-Schicht-Gitter weisen entweder schräge, quadratische oder hexagonale Symmetrie auf. Im Falle der Bakterien sind die S-Schicht-Subeinheiten miteinander, bzw. mit der darunter liegenden Zellgrenzfläche über nicht kovalente Bindungen assoziiert, sodass sie von der Zelloberfläche oder von Zellwandfragmenten abgelöst werden können. Isolierte S-Schicht-Subeinheiten besitzen häufig die Fähigkeit, an festen Oberflächen, wie Gold, Silizium, Glas oder Kunststoffe, an Lipidfilmen oder Liposomen in monomolekulare Proteingitter zu rekristallisieren. Ob die S-Schicht-Subeinheiten mit der Außen- oder Innenseite binden, hängt von den physikochemischen Eigenschaften des verwendeten Trägermateriales ab. Um eine einheitliche Orientierung zu erzielen, wurde sekundäres Zellwandpolymer, das natürliche Ankermolekül für S-Schicht-Proteine gram-positiver Bakterien in der Zellwand, an feste Oberflächen gebunden. Untersuchungen mit dem Atomkraftmikroskop zeigten, dass S-Schicht-Proteine an derartig beschichtete Träger nicht nur in der richtigen Orientierung binden, sondern dass durch die Bereitstellung einer möglichst natürlichen Oberfläche eine Reduktion der Korngrenzflächen und Gitterstörungen erzielt, und damit ein einheitlich kristallines monomolekulares Proteingitter aufgebaut werden konnte. Zur Funktionalisierung von orientiert kristallisierten S-Schicht-Gittern stehen prinzipiell zwei Wege offen, nämlich die Möglichkeit der chemischen Kopplung, was einer Funktionalisierung durch Immobilisierung von Enzymen, Antikörpern oder Liganden gleichkommt, bzw. die Möglichkeit der Verwendung von rekombinant hergestellten S-Schicht-Fusionsproteinen. Dabei handelt es sich zumeist um C-terminal verkürzte S-Schicht- Proteine, die nur mehr jene Domänen besitzen, die das sekundäre Zellwandpolymer erkennt und jene, die die Fähigkeit zur Selbstorganisation trägt. An der S-Schicht-Außenseite liegende Sequenzen von S-Schicht-Proteinen können deletiert und durch funktionelle Sequenzen ersetzt werden. So wurden assemblierende S-Schicht-Proteine, die die Sequenz von Streptavidin, die ZZ-Domäne zur Fc-Bindung von Antikörpern, die hypervariable Region von heavy-chain Kamelantikörpern zur Antigenbindung oder das Hauptbirkenpollenallergen tragen, hergestellt. Alle Fusionsproteine waren funktionell und bildeten auf festen Trägern, bzw. auf Liposomen monomolekulare Proteingitter aus. Kristallisiert auf festen Oberflächen stellen sie die Basis für die Entwicklung von Biochips dar. Mit S-Schicht-Fusionsproteinen belegte Liposomen sollen als Targetting und Delivery Systeme Anwendung finden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität für Bodenkultur Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Uwe B. Sleytr, Universität für Bodenkultur Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in

Research Output

  • 1246 Zitationen
  • 9 Publikationen
Publikationen
  • 2003
    Titel Nanotechnology and Biomimetics with 2-D Protein Crystals
    DOI 10.1109/memb.2003.1213637
    Typ Journal Article
    Autor Sleytr U
    Journal IEEE Engineering in Medicine and Biology Magazine
    Seiten 140-150
  • 2002
    Titel A recombinant bacterial cell surface (S-layer)-major birch pollen allergen-fusion protein (rSbsC/Bet v1) maintains the ability to self-assemble into regularly structured monomolecular lattices and the functionality of the allergen
    DOI 10.1093/protein/15.3.243
    Typ Journal Article
    Autor Breitwieser A
    Journal Protein Engineering
    Seiten 243-249
    Link Publikation
  • 2002
    Titel Molecular Characterization of the S-Layer Gene, sbpA, of Bacillus sphaericus CCM 2177 and Production of a Functional S-Layer Fusion Protein with the Ability To Recrystallize in a Defined Orientation while Presenting the Fused Allergen
    DOI 10.1128/aem.68.7.3251-3260.2002
    Typ Journal Article
    Autor Ilk N
    Journal Applied and Environmental Microbiology
    Seiten 3251-3260
    Link Publikation
  • 2001
    Titel Characterization and use of crystalline bacterial cell surface layers
    DOI 10.1016/s0079-6816(01)00008-9
    Typ Journal Article
    Autor Sleytr U
    Journal Progress in Surface Science
    Seiten 231-278
  • 2001
    Titel Conserved anchoring mechanisms between crystalline cell surface S-layer proteins and secondary cell wall polymers in Gram-positive bacteria?
    DOI 10.1016/s0966-842x(00)01905-3
    Typ Journal Article
    Autor Sára M
    Journal Trends in Microbiology
    Seiten 47-49
  • 2000
    Titel S-Layer Proteins
    DOI 10.1128/jb.182.4.859-868.2000
    Typ Journal Article
    Autor Sa´Ra M
    Journal Journal of Bacteriology
    Seiten 859-868
    Link Publikation
  • 2000
    Titel S-layer-coated liposomes as a versatile system for entrapping and binding target molecules
    DOI 10.1016/s0005-2736(99)00190-x
    Typ Journal Article
    Autor Mader C
    Journal Biochimica et Biophysica Acta (BBA) - Biomembranes
    Seiten 142-150
  • 1998
    Titel Influence of the Secondary Cell Wall Polymer on the Reassembly, Recrystallization, and Stability Properties of the S-Layer Protein from Bacillus stearothermophilus PV72/p2
    DOI 10.1128/jb.180.16.4146-4153.1998
    Typ Journal Article
    Autor Sa´Ra M
    Journal Journal of Bacteriology
    Seiten 4146-4153
    Link Publikation
  • 1998
    Titel Identification of Two Binding Domains, One for Peptidoglycan and Another for a Secondary Cell Wall Polymer, on the N-Terminal Part of the S-Layer Protein SbsB from Bacillus stearothermophilus PV72/p2
    DOI 10.1128/jb.180.24.6780-6783.1998
    Typ Journal Article
    Autor Sa´Ra M
    Journal Journal of Bacteriology
    Seiten 6780-6783
    Link Publikation

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