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Kritische Grundlegung: Sozio-Logik

Kritische Grundlegung: Sozio-Logik

Leonhard Bauer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P12397
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.1998
  • Projektende 31.07.1999
  • Bewilligungssumme 59.592 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (75%); Wirtschaftswissenschaften (25%)

Keywords

    Social Sciences Epistemology Critical Philosophy, Critical Philosophy, Epistemology, Social Sciences

Abstract

Ziel des Projekts ist eine kritische Grundlegung der Sozialwissenschaften. Mit Kritik ist in diesem Fall weder eine Kritik an den Sozialwissenschaften (im Sinne einer inhaltlichen Kritik an speziellen Methoden, Schulen, Ansätzen etc.) noch ein ideologiekritisches Vorgehen (im Sinne einer "Aufdeckung" versteckter Herrschaftsinteressen) gemeint. Vielmehr wird Kritik hier im Sinne einer Erkenntniskritik verstanden, d.h. es handelt sich um die der allgemeinen erkenntnistheoretischen Voraussetzungen der sozialwissenschaftlichen Gegenstände (wie z.B. die Wahlhandlung, die Nutzenmaximierung, der soziale Tausch, die symbolische Interaktion, das kollektive Handeln c(c). Leitender Gesichtspunkt im Umgang mit dieser Fragestellung ist die Transzendeutalphilosophie Immanuel Kants. Verglichen mit der erkenntniskritischen Grundlegung der Naturwissenschaften (die durch Kants "Kritik der reinen Vernunft" initiiert wurde), bleibt das Problem einer erkenntniskritischen Grundlegung der Sozialwissenschaften noch weitgehend ungeklärt. Das vorliegende Projekt greift diese Frage wieder auf und schließt damit an eine sozialwissenschaftliche und philosophische Tradition an, die von der neukantianischen Kulturwissenschaft (Max Weber, Georg Simmel, Klaus Kelsen) über die Spieltheorie (John von Neumann, Oskar Morgenstern) bis zum Strukturalismus (Claude Lévi-Strauss, Jacques Lacan) reicht. Eine solche erkenntnistheoretische Untersuchung ist vor allem in zweierlei Hinsicht zielführend: Zum einen gestattet sie die Beantwortung der Frage nach einer genuin sozialwissenschaftlichen Erkenntnisweise im Unterschied zur naturwissenschaftlichen Erkenntnisweise; zum anderen werden die verschiedenen sozialwissenschaftlichen Ansätze und Paradigmen von einem neuen Gesichtspunkt aus kompatibel und vergleichbar. Somit liefert das Projekt einer kritischen Grundlegung der Sozialwissenschaften einerseits einen Beitrag zur methodologischen Diskussion (wie z.B. über die Falsifizierbarkeit sozialwissenschaftlicher Sätze oder die Problematik formaler Modellkonstruktionen), und nimmt andererseits eine erkenntnistheoretischen Klärung der Frage nach der Möglichkeit einer allgemeinen "Sozio-Logik" in Angriff.

Forschungsstätte(n)
  • Wirtschaftsuniversität Wien - 100%

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