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Typologie der Volksmusik in Österreich. Auswertung der gestaltanalytischen Arbeiten Franz Eibners

Typologie der Volksmusik in Österreich. Auswertung der gestaltanalytischen Arbeiten Franz Eibners

Gerlinde Haid (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P11738
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 15.07.1997
  • Projektende 30.04.2001
  • Bewilligungssumme 49.599 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (70%); Soziologie (30%)

Keywords

    Heinrich Schenker Franz Eibner Volksmusikforschung Gestaltanalyse Typologiekartei, Franz Eibner, Gestaltanalyse, Heinrich Schenker, Typologiekartei, Volksmusikforschung

Abstract Endbericht

Auswertung Eibner Prof. Franz Eibner (1914 - 1986) hat die von Heinrich Schenker (1867 - 1935) begründete "Stimmführungsanalyse" nicht nur auf dem Gebiet der klassischen und romantischen Musik weiterentwickelt, sondern er hat die gewonnenen Erkenntnisse auch auf die Volksmusik übertragen. Damit hat er die Voraussetzung für eine qualitative Beurteilung dieser spezifischen Musikgattung geschaffen. Die Anwendung der gestaltanalytischen Methode und Deutung wurde durch Franz Eibner zur Besonderheit der "Wiener Schule" der Volksmusikforschung in Österreich, die mit den Namen seiner Schüler Walter Deutsch, Gerlinde Haid, Peter Barcaba und Hermann Fritz verbunden ist. Nach dem Tode Franz Eibners (1986) sind einige seiner Projekte nicht weiter verfolgt worden, die aber im Interesse der Volksmusikforschung aufgearbeitet werden sollten. Es betrifft dies vor allem die "Typologie", d.h. die zentralen Kriterien zur Beurteilung und Einordnung der Formen und Inhalte der Volksmusik. Hingewiesen sei auch auf die Weiterentwicklung und den praktischen Einsatz der "Typologiekartei", die die Verbindung der Gestaltanalyse mit quantifizierenden Methoden ermöglicht. Für die Volksmusikforschung besteht die dringende Notwendigkeit, die Ergebnisse der Eibnerschen Forschungen zusammenzufassen und darauf aufbauend weiterführende Forschung zu betreiben. Deswegen soll im Rahmen dieses Projektes der Nachlaß Franz Eibners aufgearbeitet werden, um die volksmusikalischen Themenbereiche, die Eibner gestaltanalytisch erfaßt hat, geordnet, katalogisiert und textkritisch kommentiert vorzulegen.

Franz Eibner (1914-1986) arbeitete an der Musikhochschule in Wien (jetzt: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) als Gestaltanalytiker nach der international bekannten Methode von Heinrich Schenker, wobei er diese Methode in modifizierter Form erstmals auch auf Volksmusik anwendete. Bei dieser Analysemethode geht es darum, nach einem bestimmten System die inneren Zusammenhänge von Melodien zu erkennen und grafisch darzustellen, ein Verfahren, das schon zu Lebzeiten Franz Eibners wichtige Ergebnisse für die Erstellung von Typologien und das Erkennen gattungsmäßiger und regionalspezifischer Besonderheiten in der Volksmusik gebracht hat. Die damals analysierten Volksmusikzeugnisse finden sich zwar vereinzelt in Publikationen Franz Eibners und anderer, wurden bisher jedoch in ihrer Gesamtheit noch nicht systematisch gesammelt und gesichtet. Ein wissenschaftlicher Befund zur Einordung der Leistung Franz Eibners im Rahmen der Gestaltanalyse war deshalb noch ausständig. Der Nachlaß Franz Eibners am Institut für Volksmusikforschung umfaßt Publikationen, unpublizierte Vorträge und Manuskripte, sowie Skizzen und Mitschriften seiner Schüler. Sie wurden im Rahmen des Projektes nach wissenschaftlichen Kriterien erschlossen und in einer Datenbank verarbeitet. Diese umfaßt individuell bestimmte Felder für Begleittexte, Quellenangaben, Archivsignaturen, Definitionen und Schlagworte. Auch die Skizzen, Noten, Aufsätze und Vorträge können eingesehen werden. Zu jedem Lied oder Musikstücke kann man die dazugehörige Skizze mit Kurzbeschreibung abrufen. Die in einem Vortrag verbalisierte oder in einem Aufsatz ausformulierte Gestaltanalyse zum betreffenden Beispiel kann über Vermerk bei der Skizze ausführlich nachgelesen werden. Besonders wichtig für die internationale Diskussion dieser Ergebnisse sind die Verweise auf Begriffe anderer Fachsprachen. So wird bei den von Heinrich Schenker geprägten gestaltanalytischen Begriffen auch auf die Termini aus der englischen oder amerikanischen Literatur verwiesen, und sie werden auch bestimmt nach ihrer Herkunft aus der Gestaltanalyse oder der allgemeinen Musiktheorie und nach ihrer Verwendung durch die einzelnen Autoren. Erstmals findet man hier auch in übersichtlicher Anordnung die allgemeingültigen Definitionen gestaltanalytischer Begriffe, sowie die von Eibner vorgenommenen Veränderungen gegenüber der Schenkerschen Zeichensprache. Durch die Erstellung der Datenbank wurde ein zeitgemäßes Produkt entwickelt, das gestaltanalytische Ergebnisse für die Anwendung in der Volksmusikforschung brauchbar und übersichtlich darstellen kann, ordnet, beschreibt und auch weiterhin entstehende Ergebnisse einarbeiten kann. So kann die am Institut für Volksmusikforschung von Franz Eibner begonnene Arbeit zur Gänze dokumentiert werden, und ebenso können die inzwischen entstandenen Volksmusik-Skizzen von Peter Barcaba und Martin Eybl eingearbeitet werden. Damit ist ein weltweit einzigartiges Instrumentarium geschaffen. Unseres Wissens wird sonst nirgends Schenkers Theorie systematisch für Volksmusikanalyse angewendet.

Forschungsstätte(n)
  • Universität für Musik und darstellende Kunst Wien - 100%

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