Offene Forschungsdaten für prähistorische Bergbauarchäologie
Open Research Data for Prehistoric Mining Archaeology
Wissenschaftsdisziplinen
Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (30%); Geschichte, Archäologie (30%); Informatik (20%); Umweltingenieurwesen, Angewandte Geowissenschaften (20%)
Keywords
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Open Research Data,
Semantic Technologies,
Mining Archaeology
Während der Bronzezeit und frühen Eisenzeit spielte die Kupferproduktion in den Ost- und Zentralalpen eine tragende Rolle für die Metallversorgung Mitteleuropas. In dieser Epoche veränderte sich die alpine Wirtschaftsweise: Bergbau und Metallurgie verwandelten Teile der ursprünglich agrarisch geprägten Landschaft zu Montanregionen mit frühindustriellen Strukturen. Die Universität Innsbruck betreibt seit 10 Jahren das vom österreichischen Wissenschaftsfonds in mehreren Projekten geförderte Forschungszentrum HiMAT, dass sich die Untersuchung des Bergbaus in den Ostalpen zum Ziel gesetzt hat. Die in diesem Forschungszentrum und im Besonderen in einem Projekt zum prähistorischen Bergbau gewonnenen Daten sind der Forschungsgegenstand des eingereichten Projektes. Das Ziel ist die gewonnenen archäologischen Daten zur prähistorischen Kupferproduktion für die Forschungsgemeinschaft offen und wiederverwendbar zu machen, damit Fragen zur prähistorischen Metallproduktion und Metallversorgung Mitteleuropas auf einer überregionalen Basis bearbeitet werden können. Dies wird über die zur Verfügung Stellung der erhobenen Daten erreicht, die in einem Format dokumentiert sind, das vom österreichischen Bundesdenkmalamt vorgegeben ist und für sämtliche archäologischen Aktivitäten in Österreich Gültigkeit hat. Damit ist die in diesem Projekt entwickelte Methodik zur Erzeugung einer offenen und wiederverwendbaren Datenstruktur inklusive Metadaten nicht nur für das beschriebene Projekt anwendbar, sondern für sämtliche archäologische Aktivitäten, die in Österreich durchgeführt werden. Für den konkreten Fall zielt das Projekt auf die Generierung eines Bergbaufundstellenkataloges ab, der die Erforschung prähistorischer Plätze der Metallgewinnung und Verarbeitung in einer Qualität dokumentiert, wie sie derzeit nicht zur Verfügung steht und damit Analysen ermöglichen wird, die den Wissensstand zur Kupferproduktion während der Bronzezeit und frühen Eisenzeit entscheidend verbessern kann. Die Methode zur Erzeugung dieses Bergbaufundstellenkataloges beruht auf einem Metadatenmodell, bei dem es sich um einen ISO zertifizierten Standard zur Kulturgutdokumentation handelt. Dies sichert die Wiederverwendbarkeit der Daten, da die Bedeutungen der Metadatenfelder mit ihren Beziehungen genau definiert und dokumentiert sind. Das Modell baut ein Netzwerk von Beziehungen zwischen Fundplätzen, Forschungsaktivitäten, den gewonnenen Erkenntnissen und Ihrer Dokumentation auf, das mit Hilfe von modernen Internettechnologien abgebildet werden kann. Die Funktionalität dieses Netzwerkes geht über die Möglichkeiten klassischer Datenbanken hinaus. Die technische Implementierung speichert die Daten in einem offen zugänglichen Datenspeicher, der darauf ausgerichtet ist eine Langzeitarchivierung zu ermöglichen und den Zugriff über sich nicht ändernde Bezeichnungen, die zitiert werden können, wie ISBN Nummern von Büchern. Langzeitspeicherung und Zitierfähigkeit sind die wichtigsten Voraussetzungen, damit Forschungsdaten in der wissenschaftlichen Landschaft jenen Wert erhalten können, den sie für aktuelle und künftige Forschungen haben. Damit eröffnet das Projekt mit einer hochinnovativen Methode die Möglichkeit neues Wissen im Bereich Bergbauarchäologie zu schaffen.
Während der Bronze- und frühen Eisenzeit spielte die Kupferproduktion in den Ost- und Zentralalpen eine wichtige Rolle für die Metallversorgung Mitteleuropas. Seit 2007 betreibt die Universität Innsbruck das Forschungszentrum HiMAT, das sich die Erforschung des Bergbaus in den Ostalpen zum Ziel gesetzt hat. Daten, die durch archäologische und archäometrische Untersuchungen im österreichischen Teil des FWF-Projekts "Prähistorische Kupferproduktion in den Ost- und Zentralalpen - technische, soziale und wirtschaftliche Dynamik in Raum und Zeit" entstanden sind, wurden in diesem Open Research Data (ORD) Pilot Projekt aufbereitet. Ziel war es, die archäologischen Daten für die Forschungsgemeinschaft offen und nachnutzbar zu machen, damit Fragen zur prähistorischen Metallproduktion und Metallversorgung in Mitteleuropa überregional bearbeitet werden können. Das ursprüngliche Projekt dokumentierte sechs Grabungskampagnen und Feldbegehungen in einem vom österreichischen Bundesdenkmalamt vorgegebenen Format. Dieses Format wird für alle archäologischen Aktivitäten in Österreich verwendet und somit kann die in diesem Projekt entwickelte Methodik zur Generierung einer offenen und wiederverwendbaren Datenstruktur auf alle in Österreich durchgeführten archäologischen Aktivitäten angewendet werden. Für die archäometrischen Untersuchungen an prähistorischen Beilen wurde ein ähnlicher Arbeitsablauf entwickelt. In diesem Projekt wurden die folgenden Daten bearbeitet, bzw. erzeugt: Sechs Bundesdenkmalamt Dokumentationen Metallanalysen von über 170 prähistorischen Beilen Thesaurus zur Bergbaugeschichte Die Bundesdenkmalamt Dokumentationen wurden in langlebige digitale Dokumentenformate umgewandelt und die Informationen zu Strukturen/Befunden, Funden und Stratigraphischen Einheiten wurden extrahiert. Die extrahierten Informationen und die Metallanalysen der Beile wurden in einem allgemeingültigen Modell (einem ISO Standard zur Kulturgutdokumentation) repräsentiert, was es ermöglichen wird die Daten auch noch in Jahrzehnten zu verstehen, da die Dokumentation des ISO-Standards erhalten bleiben wird. Der Thesaurus zur Bergbaugeschichte wurde ebenfalls in einem Standard des Internet Standard repräsentiert. Alle erzeugten Datenbestände sind in einem der am längsten zertifizierten Repositorien abgelegt (ZENODO) und in die europäische Infrastruktur für archäologische Datenbestände (ARIADNE) eingespielt. Damit sind sie für weitere Forschungen verfügbar und ihr zukünftiger Bestand ist gewährleistet. Die gewählte Vorgangsweise erzeugte sogenannte FAIR (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable) Daten, wie es der Auftrag des Projektes war. Darüber hinaus fließt die angewendete Datenmodellierung in Bestrebungen der internationalen archäologischen Gemeinschaft ein, um einen Datenstandard für archäologische Daten zu entwickeln, der innerhalb des ARIADNE Konsortiums angewendet werden soll um eine integrierte Datenbasis zu erzeugen.
- Universität Innsbruck - 100%
- Thomas Stöllner, Deutsches Bergbau-Museum - Deutschland
- Martin Doerr, Foundation of Research and Technology Hellas University of Crete - Griechenland
Research Output
- 9 Zitationen
- 5 Publikationen
- 9 Datasets & Models
- 1 Software
- 2 Weitere Förderungen
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2019
Titel Copper and bronze axes from Western Austria reflecting the use of different copper types from the Early Bronze Age to the Early Iron Age Typ Journal Article Autor Grutsch C. Journal Der Anschnitt Seiten 335 - 362 -
2019
Titel Copper and bronze axes from Western Austria reflecting the use of different copper types from the Early Bronze Age to the Early Iron Age Typ Journal Article Autor Grutsch C. Journal Der Anschnitt Seiten 335 - 362 Link Publikation -
2019
Titel A methodology to integrate information in prehistoric mining archaeology research Typ Journal Article Autor Goldenberg G. Journal Alpine Copper II - Alpenkupfer II - Rame delle Alpi II - Cuivre des Alpes II. New Results and Perspectives on Prehistoric Copper Production Seiten 57 - 66 -
2019
Titel A methodology to integrate information in prehistoric mining archaeology research Typ Journal Article Autor Goldenberg G. Journal Alpine Copper II - Alpenkupfer II - Rame delle Alpi II - Cuivre des Alpes II. New Results and Perspectives on Prehistoric Copper Production Seiten 57 - 66 Link Publikation -
2020
Titel FAIR data for prehistoric mining archaeology DOI 10.1007/s00799-020-00282-8 Typ Journal Article Autor Hiebel G Journal International Journal on Digital Libraries Seiten 267-277 Link Publikation
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2021
Link
Titel 87002.17.01 Verhüttungsplatz südlich Ruine Rottenburg DOI 10.5281/zenodo.5244794 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2021
Link
Titel 87002.16.01 Verhüttungsplatz südlich der Ruine Rottenburg DOI 10.5281/zenodo.5244754 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2021
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Titel 87002.15.01 Verhüttungsplatz südlich der Ruine Rottenburg DOI 10.5281/zenodo.5243460 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2021
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Titel 87007.15.01 Bergbaurevier Schwaz-Brixlegg DOI 10.5281/zenodo.5236664 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2021
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Titel Prehistoric Mining sites in the Lower Inn Valley - Federal Monuments Office documentation of the project Austrian Science Fund project "Prehistoric copper production in the eastern and central Alps" (I 1670) DOI 10.5281/zenodo.5744762 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2021
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Titel HiMAT Thesaurus for Mining Research DOI 10.5281/zenodo.5744784 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2021
Link
Titel 87007.16.01 Bergbaurevier Schwaz-Brixlegg DOI 10.5281/zenodo.5243123 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2021
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Titel Documentation of Eastern Alps bronze Axes DOI 10.5281/zenodo.5744781 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2021
Link
Titel 87009.16.01 Erzaufbereitungsplatz Schrofen DOI 10.5281/zenodo.5243416 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link
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2020
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Titel BDA2Zenodo Converter DOI 10.5281/zenodo.3578180 Link Link
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2019
Titel Information Integration for Prehistoric Mining Archaeology Typ Other Förderbeginn 2019 -
2020
Titel go!digital Next Generation project "T.M.M.M.T.- Text Mining Medieval Mining Texts" Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2020