Statische & dynamische Spineigenschaften von Oxiden - wie werden die Daten öffentlich?
Static and dynamic spin-properties in oxides - how to make data public?
Wissenschaftsdisziplinen
Physik, Astronomie (100%)
Keywords
-
X-Ray Absorption Spectroscopy,
X-Ray Diffraction,
Magnetometry,
Physical Properties Of Functional Oxides,
X-Ray Detected Ferromagnetic Resonance
In den vergangenen Jahren ist die Erfassung und Auswertung personenbezogener Daten in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, aber wenigen ist bewusst, welche Mengen an Daten in Umfragen, Statisti- ken, oder in wissenschaftlichen Projekten an Forschungseinrichtungen und Universitäten erzeugt und erfasst werden. Oft dauert es Jahre bis diese Daten veröffentlicht werden und auch dann wird nur eine kleine Teilmenge der Daten verwendet und ist nur für wenige Menschen zugänglich. Die Veröffent- lichung und Bereitstellung der gesamten Rohdaten würde einen wichtigen Beitrag zur Transparenz der Mittelverwendung und zur freien Verfügbarkeit der mit Steuergeldern erzeugten Daten darstellen. Ziel unseres Antrages ist es daher, im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes unseren Beitrag zu diesem Vorhaben zu leisten und ein Rollenmodel für die Zugänglichkeit wissenschaftlicher Rohdaten zu schaffen. Dieses soll im wissenschaftlichen Alltag praktikabel sein, den Schutz des geistigen Eigen- tums sicherstellen und die Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Gemeinschaft fördern. Über einen Zeitraum von zwei Jahren soll ein Projekt durchgeführt werden, das im Bereich der experi- mentellen Festkörperphysik angesiedelt ist. Sowohl an der Universität Linz, als auch an internationa- len Großforschungseinrichtungen wie dem europäischem Synchrotron in Grenoble (ESRF) und dem Stanford Synchrotron Radiation Laboratory (SSRL) werden Messdaten erhoben, die wie bei einem üb- lichen Forschungsprojekt ausgewertet und in referierten Journalen veröffentlicht werden. Normaler- weise gibt es für Leser dieser Fachartikel jedoch keine Möglichkeit auf die verwendeten Rohdaten zuzugreifen und diese mit eigenen Ergebnissen zu vergleichen. In diesem Projekt hingegen soll ein so- genanntes Data-Repository eingerichtet werden, auf das die Rohdaten zeitnah nach ihrer Erzeugung übertragen werden. Als Software für dieses Repository ist ckan (http://ckan.org/) geplant, das kosten- los und open-source erhältlich ist. Dies ermöglicht, dass die Software auf die Bedürfnisse der Benutzer angepasst und die Sicherheit der Daten garantiert werden kann. Auch die österreichische Bundes- regierung beabsichtigt ihre Daten via ckan zugänglich zu machen. Die Server-Infrastruktur wird von der Universität Linz kostenlos zur Verfügung gestellt und das Repository im Registry of Research Data Repositories (www.re3data.org) eingetragen und mit einem persistent identifier (DOI) versehen. Zunächst sollen die Daten anonymisiert auf das Repository übertragen werden. Das heißt, dass sie zwar betrachtet und verwendet, aber keine Rückschlüsse auf Details, etwa Präparationsbedingungen, oder spezielle Auswertungsschritte, gezogen werden können. Nachdem die Daten in wissenschaft- lichen Journalen veröffentlicht wurden, werden alle relevanten Informationen in die Datenbank einge- pflegt und die Daten sind ab dann nicht nur frei zugänglich, sondern auch nachvollziehbar und gemäß der Creative Commons Lizenz CC-BY weiterverwendbar. Am Ende des Projektes soll ein Rollen- modell entstanden sein, das auf andere wissenschaftliche Arbeitsgruppen und Institutionen in Österreich und Europa übertragen werden kann und somit die angestrebte Offenheit von Daten auch in dem Bereich der Naturwissenschaften etabliert.
Statische & dynamische Spineigenschaften von Oxiden - wie werden die Daten öffentlich? In den vergangenen Jahren ist die Erfassung und Auswertung personenbezogener Daten in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, aber wenigen ist bewusst, welche Mengen an Daten in wissenschaftlichen Projekten an Forschungseinrichtungen und Universitäten erzeugt werden. Oft dauert es Jahre bis diese Daten veröffentlicht werden und auch dann wird nur ein kleiner Teil der Daten gezeigt bzw. verwendet. Im Rahmen dieses Projekts sollte die Veröffentlichung und Bereitstellung der gesamten Rohdaten eines wissenschaftlichen Projektes im Rahmen eines Repositoriums durchgeführt werden. Das Projekt ist im Bereich der experimentellen Festkörperphysik angesiedelt und es wurden über die Dauer von 2.5 Jahren Messdaten erhoben, die wie bei einem üblichen Forschungsprojekt ausgewertet und in referierten Journalen veröffentlicht werden. Normalerweise gibt es für Leser dieser Fachartikel jedoch keine Möglichkeit auf die verwendeten Rohdaten zuzugreifen und diese mit eigenen Ergebnissen zu vergleichen. In diesem Projekt hingegen wurden die Rohdaten zeitnah nach ihrer Erzeugung in das Repositorium übertragen welches durch einen persistent identifier (DOI) verlinkt wurde und welches öffentlich und frei zugänglich ist. Nachdem die Daten in wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht wurden, sind die Rohdaten im Repositorium mit der Veröffentlichung verknüpft worden und können vor dem Hintergrund der Veröffentlichung von interessierter Seite mit vertieftem Verständnis genutzt werden. Selbst bei umfangreichen Studien besteht somit keine Notwenigkeit für umfangreiches unterstützendes Material, sog. supplementary information, sondern es steht jedermann frei, auf die Daten zuzugreifen und diese zu nutzen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse liegen im Bereich der Spin-Elektronik, in welchem neuartige Konzepte entwickelt werden, auf denen basierend Informationsverarbeitung nicht mehr auf der elektrischen Ladung des Elektrons beruht, sondern auf dessen magnetischen Eigenschaften, dem sog. Spin. Hierbei muß der Spin in neuartige Materialien transportiert und manipuliert werden, in dem er von Natur aus nicht existiert. Im Rahmen des Projekts konnte gezeigt werden, dass es sowohl eine statische als auch eine dynamische Kopplung zwischen den magnetisch geordneten Spin in einem ferromagnetischen Metall und einem magnetisch ungeordneten, funktionalem Oxid gibt. Die Kopplung und ihre Abhängigkeiten wurden detailliert untersucht, wobei ein Hinweis auf das sog. Spin-Pumpen in ein isolierendes Oxid gefunden wurde, also einen Transfer von Spin ohne dass ein elektrischer Strom fließt. Parallel dazu wurde auch ein neuartiges, isolierendes ferromagnetisches Material untersucht, welchen als Alternative zu den metallischen Ferromagneten verwendet werden könnte. Beides kann in Zukunft die unerwünschten Verluste von Ladungsströmen in spintronischen Bauelementen vermindern.
- Universität Linz - 100%
- Hendrik Ohldag, Stanford Linear Accelerator Center - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 31 Zitationen
- 5 Publikationen
- 1 Datasets & Models
-
2019
Titel Spin Pumping from Permalloy into Uncompensated Antiferromagnetic Co doped Zinc Oxide DOI 10.48550/arxiv.1909.04362 Typ Preprint Autor Buchner M -
2023
Titel Spin pumping into a partially compensated antiferromagnetic/paramagnetic insulator DOI 10.1088/1367-2630/ace2e2 Typ Journal Article Autor Buchner M Journal New Journal of Physics Seiten 073002 Link Publikation -
2020
Titel Influence of structure and cation distribution on magnetic anisotropy and damping in Zn/Al doped nickel ferrites DOI 10.1103/physrevb.102.054402 Typ Journal Article Autor Lumetzberger J Journal Physical Review B Seiten 054402 Link Publikation -
2019
Titel Transition from a hysteresis-like to an exchange-bias-like response of an uncompensated antiferromagnet DOI 10.1103/physrevb.99.064409 Typ Journal Article Autor Buchner M Journal Physical Review B Seiten 064409 Link Publikation -
2020
Titel Spin pumping from permalloy into uncompensated antiferromagnetic Co doped zinc oxide DOI 10.1063/1.5131719 Typ Journal Article Autor Buchner M Journal Journal of Applied Physics Seiten 043901 Link Publikation
-
2017
Link
Titel Data Repository DOI 10.17616/R3C78N Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link