The Slavonic Translation of Brunos Expositio Psalmorum
The Slavonic Translation of Brunos Expositio Psalmorum
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
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Kirchenslavische Sprache,
Zweisprachige Interlinearedition,
Westlicher Einfluß in Rußland,
Kirchenslavischer Psalter,
Novgoroder Übersetzungen
Das vorliegende Forschungsprojekt setzt sich zum Ziel, ein wenig bekanntes Denkmal der Novgoroder Übersetzungsliteratur (Ende des 15.-erste Hälfte des 16. Jhdt.), nämlich die russisch-kirchenslavische Übersetzung des kommentierten Psalters des Würzburger Bischofs Bruno (11. Jhdt.), nach allen vollständigen Textzeugen kritisch zu edieren; angeregt vom Novgoroder Erzbischof Makarij, wurde das Werk von Dmitrij Gerasimov am 15. Oktober 1535 abgeschlossen. Die Edition soll auch die lateinische Vorlage in der Ende des 15. Jhdt. für den Druck vorbereiteten Fassung (Anton Koberger) enthalten. Ein kirchenslavisch-lateinisches und lateinisch-kirchenslavisches Glossar soll zu einer gebührenden Würdigung der lexikalischen Besonderheiten dieses Textes verhelfen und zu deren Erforschung anregen. Der russisch- kirchenslavische Text erweist sich als besonders interessant nicht nur in kultur-historischer und theologischer Hinsicht, sondern und vor allem im Hinblick auf die zum Teil merkwürdigen Kontaminationserscheinungen zwischen der kirchenslavischen Tradition und dem lateinischen Modell: An etlichen Stellen weicht nämlich der Psalmentext in Lexik und Morphosyntax von der bisher ermittelten Psalterredaktionen ab und weist einen ausgeprägten Mischcharakter auf. Außerdem bietet der umfangreiche Text reiches und wertvolles Material für eine eingehende Erforschung der Novgoroder Übersetzungsliteratur als linguistisches und kultur-historisches Phänomen. Die Frage nach der tatsächlicher Verbreitung und Wirkung dieses Psalmenkommentars auf ostslavischem Boden und bei den orthodoxen Slaven kann nur auf der Grundlage einer historisch-kritischen zweisprachigen Edition beantwortet werden.
- Universität Wien - 100%
- Heinz Miklas, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in