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Jewish Migraton and Integration in Vienna and Berlin

Jewish Migraton and Integration in Vienna and Berlin

Ingo Haar (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/M957
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2007
  • Projektende 31.07.2010
  • Bewilligungssumme 58.300 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (60%); Soziologie (20%)

Keywords

    Jewish migration, Jewish integration, Nationialization, Anti-Semitism, Civil Society, Political Culture

Abstract

Das vorliegende Projekt zielt darauf ab, den sozialstrukturanalytischen Ansatz der historischen Migrationsforschung kulturgeschichtlich zu erweitern, die Zuwanderungs- und Integrationsprozesse jüdischer Migranten im europäischen Vergleich aufzuarbeiten und transnational zu untersuchen. Es werden die Deutungsmuster und die Praktiken aufgearbeitet, die auf die soziale und kulturelle Integration der jüdischen Zuwanderer aus Ostmitteleuropa einwirkten. Damit wird das klassische Sujet der sozialgeschichtlichen Migrationsforschung, die auf der schematischen Analyse der zeitlich gestaffelten Zuwanderungswellen jüdischer "Migranten" und Fragen der sozialen Mobilität fokussiert ist, um die komparative Analyse und Darstellung der "Kulturbedeutung" dieser Zuwanderungs- und Integrationsprozesse für die städtischen Gesellschaften erweitert. Die Arbeit an diesem hiermit beantragten Projekt konzentriert sich auf den Wiener Vergleichsfall. Das Projekt verläßt den als gesichert erachteten Forschungsstand der Migrationsforschung, die jüdische Zuwanderung und Integration in Berlin und Wien des 19. Jahrhunderts als gescheitert zu erklären. Es wird von der Grundannahme ausgegangen, daß in diesen Metropolen eine bürgerliche Zivilgesellschaft bestand, die sich trotz der Nationalisierungstendenzen für die Integration von jüdischen Zuwanderern aus Ostmitteleuropa engagierte. Es wird dargestellt und offengelegt, wie die intensiven Kulturtransfers zwischen Juden und Nicht-Juden die zum Teil erfolgreiche gesellschaftliche Integration der jüdischen Zuwanderer aus Ostmitteleuropa in die städtischen Gesellschaften förderte. Es werden aber auch die starken Tendenzen des Antisemitismus in der politischen Kultur Österreich-Ungarns und des Deutschen Kaiserreiches berücksichtigt. Die zugewanderten Juden werden dabei als Akteure in diversen Milieus begriffen, womit das alte Paradigma der historischen Migrationsforschung abgelöst wird, die zugewanderten Juden allein als Opfer sozialstruktureller Prozesse auszuweisen. Arbeitsthemen sind das soziale Stiftungswesen, die transnationalen Hilfsorganisationen, die jüdischen Selbstorganisationen, die Beteiligung der Zuwanderer am kulturellen Leben, ihre Wahrnehmung durch Vertreter des Staates, der Kommunen und der ansässigen jüdischen Gemeinden, die Partizipationsmöglichkeiten ihrer Interessensvertreter innerhalb des Reichsrates bzw. des Reichstages und die Symbolisierung dieser Teilhabe an den politischen Kulturen Österreich- Ungarns und des Deutschen Kaiserreiches im Vergleich.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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