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Theorie und Begriff der Intentionalität bei France Veber (1890 - 1975)

France Veber´s Theory and Concept of Intentionality

Tanja Pihlar (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/M776
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2003
  • Projektende 31.01.2005
  • Bewilligungssumme 53.025 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (100%)

Keywords

    Intentionality, France Veber, Hitting, Presenting, Object theory, Alexius Meinong

Abstract

Im zweiten Teil/Jahr des Projektes soll die Webersche Theorie der Vorstellungsproduktion und seine späte Theorie des Treffens dargestellt und kritisch rekonstruiert werden. Fest steht, dass sich Weber bei der Behandlung dieser Theorien von Alexius Meinong und dessen Schule entfernt hat. So behauptet er z.B., dass die intentionalen Vorstellungen durch eine besondere psychische Tätigkeit, nämlich durch die Produktion, zustande kommen und unterscheidet demgemäß mehrere Stufen der Intentionalitätsproduktion - auf der untersten Stufe sind z.B. nichtintentionale Vorstellungen zu finden. Weitere wesentliche Modifizierungen des Intentionalitätsbegriffs sind bei Weber gegen Ende der 30er Jahre festzustellen, sie sind mit seiner "Wende zur Wirklichkeit" aufs Engste verbunden. Sein Ausgangpunkt liegt nunmehr in einer "genetisch-dynamischen Psychologie", die auf äußerer Beobachtung beruht und zu einer ontologischen Theorie der Wirklichkeit führt. Er unterscheidet nun zwei verschiedene psychische Vermögen, welchen verschiedene Funktionen zukommen: Den (1) Anschaulichkeits- und (2) den Wirklichkeitssinn sowie die ihnen jeweils zugeordnete Veranschaulichungs- bzw. Verdinglichungsfunktion. Durch den ersten Sinn wird uns die phänomenale Welt präsentiert, während der zweite die Möglichkeit eröffnet, dass wir "hinter" die Phänomene vorstoßen, es wird nämlich die Wirklichkeit selbst, die Substanz der Dinge getroffen. So wird z.B. ein Ton präsentiert, das "Getönte" als dessen (substanzieller) Träger wird aber getroffen. Die erwähnten Funktionen liegen bei jeder Empfindung vor, jedoch sind sie bei verschiedenen Empfindungen nicht gleich ausgeprägt: Die Trefffunktion ist z.B. bei Gesichtsempfindungen kaum merkbar, bei Tastempfindungen ist sie maximal. Außerdem führt Weber zu dieser Zeit eine neue Art von der Intentionalität ein: Neben der Intentionalität im gewöhnlichen Sinne, bei welcher sich Erlebnisse immer nur auf individuelle Gegenstände richten, nimmt er nun auch eine "dynamische Intentionalität" an, welche besagt, dass sich die Erlebnisse auf einen Bereich der Wirklichkeit richten. Das Ziel des Forschungsprojektes im zweiten Jahr/Teil ist u.a. die Abklärung der Frage, ob die Weberschen Ideen, wie z.B. die Auffassung von der Existenz nichtintentionaler Erlebnisse und der Theorie, dass es einen direkten Zugang zur Wirklichkeit gibt, überhaupt fruchtbar sind.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Wolfgang Gombocz, Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in

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