Iberische Seeberge: Biodiversität und Ökologie der Bryozoa
Biodiversity and ecology of Bryozoa from Iberian seamounts
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
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Bryozoa,
Biogeography,
Seamounts,
Ecology,
Biodiversity
Seeberge sind geologische Strukturen, die nicht über Meeresspiegel herausragen und welche überaus zahlreich in allen Weltmeeren vorkommen. Im Gegensatz zu den sie umge-benden abyssischen Tiefebenen, die von feinem Sediment bedeckt sind und von Detritivoren besiedelt werden, beherbergen Seeberge eine Vielzahl von Suspensionsfressern, welche auf den freiliegenden Hartsubstrate und Grobsedimente wachsen. Trotz der intensivierten wissenschaftlichen Bearbeitung während der letzten beiden Jahrzehnte ist über die Ökosysteme der Seeberge erst wenig bekannt. Von den etwa 800 Seebergen des Nordatlantiks wurden bislang nur sehr wenige gründlich bearbeitet. Aufgrund ihrer geographisch isolierten Lage und der außergewöhnlichen Ökosysteme wurden verschiedene Hypothesen hinsichtlich der Biogeographie und Ökologie der Seeberg-Faunen aufgestellt. So sollen Seeberge hochdiverse und -endemische Inselhabitate stellen, und als Trittsteine bei der transozeanischen Verbreitung von Arten fungieren. Eine zunehmende Menge an Daten sowie moderne Analysetechniken liefern jedoch zum Teil widersprüchliche Ergebnisse bezüglich des Anteils an endemischen Arten und der biogeographischen Mustern der Seeberg-Faunen. Das Phylum Bryozoa umfasst ausschließlich koloniebildende, benthische Filtrierer, deren Arten hervorragend dafür geeignet sind, die bestehenden Hypothesen zu testen. Bryozoen kommen zahl- und artenreich vom Flachwasser bis in das Bathyal vor, wobei die Arten eine relativ geringe geographische Verbreitung aufweisen. Trotz dieser Vorteile wurden Bryozoen niemals vorher in ökologischen, biogeographischen oder Biodiversitäts-Analysen von Seeberg-Faunen eingesetzt. In diesem Projekt sollen zunächst die bei kürzlich durchgeführten und historischen Expeditionen gesammelten Bryozoenarten von drei großen iberischen Seebergen (Le Danois Bank, Galicia Bank and Gorringe Bank) revidiert oder neu beschrieben werden. Mittels verschiedener statistischer Analysen sollen dann Diversitätsmuster und ökologische Prozesse untersucht werden, um den Anteil endemischer Arten und Faunenverbindungen zwischen Schelf und Seebergen abzuschätzen. Die unterschiedlichen Habitate sollen charakterisiert und die Kontrollfaktoren für das Vorkommen der Bryozoenarten bestimmt werden, um zu testen, ob Seeberg-Faunen ökologische Unterschiede zu denen des Schelfs aufweisen. Zudem soll mittels einer ökologischen Modellierung das potentielle geographische Vorkommen einiger wichtiger Arten bestimmt werden. Die Ergebnisse dieses Projektes werden maßgeblich dazu beitragen, sowohl die biologischen Vorgänge auf den iberischen Seebergen, als auch die Seeberg- Faunen generell besser zu verstehen.
- Universität Wien - 100%
- André Freiwald, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) - Deutschland
- Nuno Lourenco, Estrutura de Missao para os Assuntos do Mar - Portugal
- Javier Cristobo, El Instituto Español de Oceanografía - Spanien
Research Output
- 34 Zitationen
- 2 Publikationen
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2016
Titel Three non-indigenous species from Madeira harbors, including a new species of Parasmittina (Bryozoa) DOI 10.1007/s12526-016-0592-0 Typ Journal Article Autor Souto J Journal Marine Biodiversity Seiten 977-986 Link Publikation -
2015
Titel Diversity and Systematics of Schizomavella Species (Bryozoa: Bitectiporidae) from the Bathyal NE Atlantic DOI 10.1371/journal.pone.0139084 Typ Journal Article Autor Reverter-Gil O Journal PLOS ONE Link Publikation