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Galizienliteratur im Kontext der `räumlichen Wende´

Galician Literature and the `Spatial Turn´

Larissa Cybenko (ORCID: 0000-0001-7489-843X)
  • Grant-DOI 10.55776/M1310
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2011
  • Projektende 30.04.2013
  • Bewilligungssumme 129.340 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)

Keywords

    Literature Of Galicia, Spatial Hermeneutics, Comperative Literature, Semiotics Of Space, Cultural Studies, Spatial Models Of Galicia

Abstract

Thematik dieses Vorhabens betrifft die Erforschung der Literatur von Galizien, das zum Modellfall des Völkergemischs geworden ist. Diese Region spielte im Laufe der Jahrhunderte die Rolle einer Brücke zwischen Ost und West. Angesichts des historischen Hintergrunds wurde der Begriff Galizien je nach der Perspektive der Deutung unterschiedlich besetzt. Ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses der letzten Jahrzehnte ist das österreichische Galizien gerückt, das als eine politisch-administrative Einheit im Rahmen der Donaumonarchie im Zeitraum zwischen 1772 und 1918 existierte. Vom historischen Galizien sind Gedächtnisorte des galizischen Raums und gesamtgalizisches kulturelles Erbe geblieben. Dieses Erbe bekam eine neue Ausrichtung: In der Zeit der neuen Raumperspektive, die die Globalisierung, die Aufhebung der Blockbildung und die Verschiebung von Zentraleuropa nach Osten inkludiert, ist historisches Galizien nicht nur als ein prototypisches Beispiel für das heutige Europa relevant; bei der Erforschung der kulturell hybriden Räume eröffnet das galizische Erbe - als Modell der Synchronie der Lebenswelten - neue Perspektive für die Zukunft. Zu den wichtigsten geistigen Hinterlassenschaften Galiziens gehört die in, aus und über Galizien geschriebene Literatur, die diesen Kulturraum am besten präsentiert. Die meisten von den vorhandenen Veröffentlichungen über Literatur Galiziens behandeln unter literaturhistorischer und komparatistischer Perspektive die Texte, die in der deutschen und polnischen Sprache geschrieben wurden (darunter auch der assimilierten jüdischen Autoren). Heutzutage, wo Transdisziplinarität und Transkulturarität in den Geisteswissenschaften eine besondere Rolle spielen, wird die Auseinandersetzung mit den literarischen Texten im Rahmen des kulturwissenschaftlichen Diskurses geführt. In diesem Sinne bietet sich Galizien als Experimentierfeld für neue Ansätze an. Dementsprechend geht das Anliegen dieses Forschungsvorhabens von folgendem Standpunkt aus: Die vergleichende Geschichte der Galizienliteratur soll mit den neuen kultur- und literaturwissenschaftlichen Zugängen in Verbindung gebracht werden. Als Forschungsgegenstand gilt dabei Literatur des österreichischen Galiziens und der nachfolgenden Perioden, die unter dem Einfluss des galizischen kulturellen Erbes entstanden ist. Schwerpunkte der Forschung liegen bei der Komparatistik, die durch die Hermeneutik des Raumes ergänzt sein soll. Wissenschaftliche Aspekte der Arbeit orientieren sich an den aktuellen Forschungswenden, die die Methodenerweiterung in Gang gesetzt haben. Die Ausleihe der neuen Analysemethoden ermöglicht die bekannten Phänomene der Literatur mit neuen Begriffen zu beschreiben. Relevant sind Zugänge der räumlichen Wende (spatial turn) und der kognitiven Kartographie (mental mapping), als einem Teil dieser Wende. Unter mehreren Möglichkeiten der räumlichen Interpretation werden zwei konträre Zugänge bevorzugt: die Methoden der phänomenologischen Raumtheorie und die Semiotik des Raumes. Interdisziplinarität umfasst Germanistik, Slawistik und Kulturwissenschaft. Bei der Mannigfaltigkeit der Literatur, die Bezug auf Galizien nimmt, sind für unser Anliegen vor allem die Texte relevant, wo Raum und Räumlichkeit nicht nur als Erkenntnisobjekte behandelt werden, sondern auch solche, die die Perspektive der Verräumlichung unter mehreren Aspekten eröffnen. In den Vordergrund rückt bei der Auswahl der Texte ihr thematisches Potenzial, das die Raumfokussierung ermöglicht. Auf diese Weise werden hier die inkongruenten Kulturwelten Galiziens über die narrative Topographie in eine Konstellation der Gleichzeitigkeit gebracht. Es werden also folgende räumliche Modelle Galiziens entworfen und analysiert: I. Räumliches Modell Galiziens aus der Perspektive des Reisens II. Räumliches Modell Galiziens im Kontext der kulturellen Hybridität III. Räumliches Modell Galiziens im Kontext der Gegenüberstellung von Mensch, Gesellschaft und Natur IV. Räumliches Modell Galiziens im sozialen Kontext V. Räumliches Modell Galiziens im Kontext der politischen Krisen VI. Räumliches Modell Galiziens im Kontext der erzählten Erinnerung und kreativen Aneignung Das Arbeitsprogramm des Projektes ist für zwei Jahre geplant. Zum Forschungsort soll das Institut für Slawistik der Universität Wien werden; Mit-Antragsteller - stellvertretender Vorstand des Institutes für Slawistik der Universität Wien Uni Prof. Dr. Alois Woldan. Das Institut für Slawistik beteiligt sich am Doktoratskolleg "Das österreichische Galizien und sein multikulturelles Erbe". Dementsprechend verhelfen die innovativen Inhalte dieses Forschungsvorhabens der gastgebenden Forschungsstätte zu neuem wissenschaftlichem Potenzial.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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