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Askese im modernen Mönchstum: religiöser Körper in Veränderung

Ascetism in modern monasticism: changing religious body

Isabelle Jonveaux (ORCID: 0000-0002-1446-4805)
  • Grant-DOI 10.55776/M1271
  • Förderprogramm Lise Meitner
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2011
  • Projektende 30.04.2013
  • Bewilligungssumme 116.340 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (20%); Soziologie (80%)

Keywords

    Religion, Body, Europe, Modernity, Contemplative Life, Ascetism

Abstract

Das Projekt, das ich in einer Postdoc-Forschung entwickeln möchte, basiert auf meiner Doktorarbeit über die klösterliche Wirtschaft. Als ich die klösterliche Arbeit studiert habe, habe ich mir die Frage nach der Askese gestellt, aber ich habe nicht alle Antworten gefunden. Deshalb habe ich vor, die Askese zu studieren. Die modernen Ausdrücke der Askese sind in den Sozialwissenschaften wenig untersucht, obwohl sie ein Ort wichtiger Neustrukturierungen ist. Als ich die Untersuchungen für meine Doktorarbeit gemacht habe, wurde mir bewusst, dass die Mönche nie über Askese sprachen, wenn ich sie nicht direkt dazu fragte. Stattdessen sprachen sie über persönliches Aufblühen oder Selbsterfüllung. Die Askese ist nicht das Ziel des religiösen Lebens, sie ist ein Mittel, um die religiöse Vollendung zu erreichen. Sind die Mönche dann, nach Max Weber, die "Professionellen" der ausserweltlichen Askese? Aber wenn die Virtuosen der Askese nicht mehr auf asketische Weise leben, müssen wir dann die religiöse Virtuosität neu definieren? Jenseits vom christlichen Fall stellt das Studieren der Askese das aktuelle Problem der religiösen und modernen Virtuosität dar, was manchmal bis zum freiwilligen Märtyrer oder bis zum Tod geht. Das westliche Mönchtum öffnet mehrere Perspektiven zu diesem Thema. Die erste interessante Frage ist, ob der Rückgang der Askese - mehr quantitativ als qualitativ - mit anderen Entwicklungen des klösterlichen Lebens verbunden ist. Die zweite Frage ist die Frage nach dem Sinn der Askese und ihrem Platz in der modernen Virtuosität. Diese Frage weist direkt auf die Problematik des Körpers in der Religion hin. Die Selbstverwirklichung und die Beherrschung des Körpers sind im Zentrum der Grundfragen, die die Kirche derzeit bewegen: Zugang der Frauen zum Priesteramt, Heirat der Priester, Sexualität. Der Körper ist ein privilegierter Beobachtungspunkt für die Religion, der die Tendenzen des geweihten Leben und der Gesellschaft bekannt macht. Tatsächlich gehört die Askese zu einem System der Veränderung, die mit der Sünde und dem Heil verbunden ist. Welchen Sinn hat die Askese angesichts der Schwäche und der Sorge um die Sünde und um das eschatologische Heil? Von der Demütigung bis zum Hedonismus ist der religiöse Körper immer wieder neu gedeutet worden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

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