New-styles of Doctoral Studies in Austria
New-styles of Doctoral Studies in Austria
Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (50%); Soziologie (50%)
Keywords
-
Gender,
Gendered Organizations,
PhD students,
Organizational Entry,
Workplace Inclusion,
Higher Education
Generell sehen sich Universitäten zunehmend mit der Frage konfrontiert, wie PhD-KandidatInnen auf ihre Rolle als talentierte und hochmotivierte WissenschafterInnen in einer kompetitiven und wissensbasierten Zukunft vorbereitet werden können. Im Sinne der Bologna Studienarchitektur werden zurzeit die Doktoratsstudien in Österreich hinsichtlich ihrer Struktur und Prozesse reformiert. Insbesondere Doktoratskollegs, die im Wesentlichen auf kompetitive Ausleseverfahren und geförderten Studienplätzen beruhen, wird eine bedeutsame Rolle zugestanden. Allerdings blendet die wissenschaftliche Literatur, sowohl auf internationalen, als auch auf europäischer bzw. österreichischer Ebene die Frage nach der Bedeutung von Gender aus. Dies ist bedauerlich, da gerade Doktoratsstudien eine wichtige Rolle in der sogenannten "leaky pipeline", also der Abnahme des Frauenanteils im Zuge der wissenschaftlichen Karrieren, spielen, bestimmen sie doch in einem hohen Maße, ob Frauen in weiterer Folge für die Wissenschaft und Forschung gewonnen werden können. In diesem Sinne soll im vorgeschlagenen Projekt untersucht werden, wie Frauen und Männer als PhD-Studierende in Doktoratsstudien aktiv auf die Rolle als WissenschafterInnen vorbereitet werden, welches professionelle Selbstverständnis sie in der ersten Phase ihrer wissenschaftlichen Karrieren entwickeln und welche Bedeutung Geschlecht zukommt. Dabei sind vor allem zwei Forschungsfragen von Interesse: Wie werden PhD-StudentInnen in den neuen Doktoratsprogrammen zu WissenschafterInnen ausgebildet? - und: Wann spielt Gender eine relevante/irrelevante Rolle in Doktoratserfahrungen? Das Projekt wird methodologisch in der sozialkonstruktiven "grounded Theory" verortet, um einen explorativen Zugang zu verschiedenen Konzepten der Konstruktion und Selbstkonstruktion von PhD-KandidatInnen als NachwuchswissenschafterInnen und der Relevanz/Irrelevanz von Genderdimensionen zu ermöglichen. Die Untersuchungen bauen auf interdisziplinären Arbeiten zu Doktoratsstudien und dem Ansatz von Organisationen als vergeschlechtlichte Orte auf, insbesondere auf Ridgeway`s (2009) Konzept der individuellen und institutionellen Rahmung von Gender. Ausgiebige Fallstudien werden in vier Doktoratsstudien an österreichische Universitäten durchgeführt. Dabei werden ca. 48 Männer und Frauen im ersten und zweiten Studienjahr hinsichtlich ihrer Erfahrungen befragt. Es werden trianguläre open-ended Interviews durchgeführt, die ein innovatives Erhebungsinstrumentarium basierend auf visueller Repräsentation und strukturellen/organisationalen Informationen darstellen. Dieses multiple Setting erlaubt die Generierung empirisch fundierter theoretischer Erkenntnisse zur Frage der interaktiven Integration von PhD-StudentInnen in die neuen Doktoratsprogrammen. Darüber hinaus kann so die Relevanz/Irrelevanz von Gender in diesem Zusammenhang konzeptionell gefasst werden. Das gender-sensitive theoretische Framework, der innovative methodologische Zugang und die sorgfältig dokumentierten Untersuchungsergebnisse werden wichtige Beiträge sowohl für den wissenschaftlichen Diskurs als auch für die Universitätspolitik in Österreich bzw. in Europa liefern. Außerdem wird das Projekt interessante Beispiele für "good practices" von PhD-KandidatInnen und Universitäten liefern, wie auch mögliche Verbesserungsvorschläge aufzeigen.
- Wirtschaftsuniversität Wien - 100%