PROPHYLAXE DER CHOLESTASE BEI FRÜHGEBORENEN DURCH SMOFLIPID
PREVENTING CHOLESTASIS IN PREMATURE INFANTS USING SMOFLIPID
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
-
Parenteral Nutrition,
Intravenous Lipid Emulsion,
Fish Oil,
Neurocognitive Development,
Cholestasis,
Extreme Low Birth Wight Infants
Hintergrund: Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht (ELBW) sind typischerweise lange auf parenterale Ernährung angewiesen, wodurch ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Leberschadens - im Speziellen einer mit parenteraler Ernährung assoziierten Cholestase (PNAC) besteht. Diese kann in schweren Fällen progredient bis zu einem Leberversagen in bis zu 17% in ausgewählten Patientenkollektiven verlaufen. Parenterale Fettemulsionen (ILE) auf Basis von Sojaöl sind zurzeit das Mittel der Wahl in der parenteralen Ernährung von Frühgeborenen. Gleichzeitig werden diese aber verdächtigt in der Pathogenese der PNAC eine Rolle zu spielen. Fischöl ist reich an omega-3-langkettigen Fettsäuren, die während der fetalen Entwicklung insbesondere im letzten Trimester der Schwangerschaft aufgenommen werden und sich in Leber und Gehirn angereichert finden lassen. Diese sind in Sojaöl nicht enthalten. Bei Kindern wurden ILEs die Fischöl enthalten zur Therapie von PNAC mit wachsender Evidenz eingesetzt. Ob das Auftreten der PNAC allerdings durch primäre Verwendung in einer Hochrisikogruppe wie ELBW Frühgeborene auch verhindert werden kann ist unbekannt. Darüber hinaus ist zur Zeit nichts über potentielle Langzeitwirkungen in Bezug auf eine neurologische Entwicklung bekannt. Ziel: In der vorgeschlagenen Studie wird eine Fischöl enthaltenden ILE (SMOFlipid) auf ihren protektiven Effekt gegen PNAC bei ELBW Frühgeborenen im Vergleich zu einer Sojaöl basierten ILE (Intralipid) untersucht. Studiendesign: ELBW Frühgeborene sollen nach der Geburt randomisiert SMOFlipid oder Intralipid für die parenterale Ernährung erhalten. Als Hauptzielparameter wird "PNAC" als ein erhöhtes konjugiertes Bilirubin > 1.5 mg/dl in 2 aufeinander folgenden Messungen festgelegt. Der wichtigste Nebenzielparameter wird die neurologische Entwicklung mit 12 und 24 Monaten korrigiertes Alter sein. Ausblick: Die Bedeutung dieser Studie liegt darin, einen vermutet positiven Effekt einer Fischöl enthaltenden ILE zu untersuchen, was einen direkten Einfluss auf die Behandlung von ELBW Frühgeborenen haben kann. Weiters können Hinweise auf einen Effekt auf die neurologische Entwicklung als Basis für zukünftige größere Multicenterstudien dienen.
Sehr kleine Frühgeborene sind auf eine Ernährung über Infusionen (mit Kohlehydraten, Eiweiß und Fettlösungen) angewiesen, bis sie ausreichend Milchnahrung über den noch unreifen Magen-Darmtrakt aufnehmen können. Es handelt sich hierbei meist um einen Zeitraum von mehreren Wochen. Mit Fortdauer dieser sogenannten parenteralen Ernährung kann es zu einer Ausscheidungsstörung von Galle aus der Leber kommen, die die Leber schädigen kann. Man glaubt, dass hierfür die derzeit verwendeten Fettlösung - die auf reiner Sojaölbasis hergestellt werden - verantwortlich sind. Eine neue Fettlösung basiert auf einer Mischung aus Sojaöl, Kokosöl, Olivenöl und Fischöl. Diese Mischung ist ausgewogener und durch das Fischöl auch reich an sogenannten omega-3 Fettsäuren ist, die im Sojaöl nicht vorhanden sind. Dies könnte einen Vorteil für die Leberverträglichkeit bieten. In unserer Studie an über 200 Kindern die mit einen Gewicht unter 1 kg zur Welt kamen haben wir für die parenterale Fettzufuhr entweder das auf Sojaöl basierende Standardpräparat oder die Mischung aus Sojaöl, Kokosöl, Olivenöl und Fischöl verwendet. Dabei zeigte sich, dass bei der Verwendung der Mischung ein Drittel weniger Kinder einen Gallenrückstau mit Leberbelastung erlitten, wobei dieses Ergebnis aber nicht mit letzter Sicherheit statistisch beweisbar (signifikant) war. Das neue Präparat war gleichwertig verträglich und die Kinder zeigten gleiches Wachstum. Interessanterweise zeigte sich auch, dass bei jenen zu früh geborenen Kindern die die Mischung mit Fischöl erhielten eine raschere Reifung von Gehirnströmen (EEG) vorlag. Es erscheint möglich, dass die Zufuhr der omega-3-Anteile im Fischöl hier diesen Effekt verursacht hat. Es kann daher auch sein, dass diese Kinder davon in ihrer weiteren Entwicklung profitieren. Nachuntersuchungen im Verlauf der ersten zwei Lebensjahre werden zeigen, ob dies der Fall ist.
Research Output
- 71 Zitationen
- 1 Publikationen
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2017
Titel A Mixed Lipid Emulsion for Prevention of Parenteral Nutrition Associated Cholestasis in Extremely Low Birth Weight Infants: A Randomized Clinical Trial DOI 10.1016/j.jpeds.2017.11.012 Typ Journal Article Autor Repa A Journal The Journal of Pediatrics Link Publikation