Quantifizierung der diffusen Myokardfibrose mit kardialer Magnetresonanztomographie
Quantification of diffuse myocardial fibrosis by cardiac magnetic resonance imaging
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
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Diffuse Myocardial Fibrosis,
Cardiac Magnetic Resonance Imaging
Hintergrund. Die diffuse Myokardfibrose spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung und dem Fortschreiten von nicht- ischämischen Kardiomyopathien. Eine nicht-invasive Methode zur Quantifizierung der diffusen Myokardfibrose erscheint daher wichtig, sowohl für die Diagnostik als auch für die Risikostratifizierung. Eine derartige Methode ist jedoch derzeit nicht in der klinischen Routine verfügbar. Eine rezente Studie an einer kleinen Patientenzahl konnte zeigen, dass die diffuse Myokardfibrose mittels kardialer Magnetresonanztomographie (CMR) bei Anwendung einer speziellen T1 -mapping-Sequenz quantifiziert werden kann. Obwohl die Methode sehr vielversprechend erscheint, liegen derzeit kaum Daten über die Anwendbarkeit und die prognostische Relevanz des T1 -mappings vor. Ziel der Studie. Ziel der Studie ist die Etablierung eine neue Standardmethode für die Quantifizierung der diffusen Myokardfibrose mit CMR anhand einer T1 -mapping-Sequenz. Studiendesign. In dieser single-center Studie sollen 110 HFNEF-Patienten (Herzinsuffizienz mit erhaltener systolischer Linksventrikelfunktion) untersucht werden. Bei der HFNEF kommt es zu vermehrter Einlagerung von Kollagen im Herzmuskel und vermehrter diffuser Myokardfibrose. Die Patienten werden im Rahmen der Studie "PREDICTORS OF OUTCOME IN HEART FAILURE WITH NORMAL EJECTION FRACTION" (Leitung Doz. Bonderman, FWF Protokoll Nr 009) rekrutiert, myokardbiopsiert und erhalten eine CMR mit T1 -mapping nach Kontrastmittelgabe. Die individuellen T1 Zeiten der Patienten werden mit dem Ausmaß der diffusen Myokardfibrose in der Myokardiopsie korreliert. Einschlusskriterien: HFNEF, unterschriebene Einverständniserklärung Ausschlusskriterien: fehlende Bereitschaft an Studienvisiten teilzunehmen, linksventrikäre Auswurffraktion =50%, schwere Herzklappenerkrankung, diastolische Dysfunktion ohne Zeichen der Herzinsuffizienz, GFR < 30 ml/min, Schwangerschaft.
Bei dem Projekt Quantifizierung der diffusen Myokardfibrose mit kardialer Magnetresonanztomographie konnte gezeigt werden, dass es mittels einer neuen Methode in der kardialen Magnetresonanztomographie (MRT), dem so genannten T1-mapping, möglich ist, nicht-invasiv das Ausmaß des Extrazellulärvolumens (ECV) festzustellen. Ein erhöhtes ECV spielt bei einer Reihe von kardiologischen Erkrankungen eine Schlüsselrolle. Hierbei wurde bei 36 PatientInnen einerseits das ECV mittels T1-mapping im MRT bestimmt und andererseits wurde bei denselben PatientInnen eine Myokardbiopsie im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung gewonnen. Die Ergebnisse des im MRT errechneten ECV wurden mit dem ECV, welches in der histologischen Analyse der Biopsien bestimmt wurde, verglichen. Es konnte gezeigt werden, dass das ECV mittels T1-mapping verlässlich bestimmt werden kann. Des Weiteren wurde bei 473 PatientInnen untersucht, ob die nicht-invasive Bestimmung des ECV mittels T1-mapping von prognostischer Relevanz ist. Es wurden konsekutiv PatientInnen eingeschlossen, die zu einer Herz-MRT Untersuchung zugewiesen wurden und die an keiner hypertrophen Kardiomyopahtie, kardialen Amyloidose oder einem Morbus Fabry litten. Hierbei zeigte sich, dass PatientInnen mit einem höheren ECV eine deutlich schlechtere kardiovaskuläre Prognose aufwiesen als jene mit niedrigem ECV. In einer multivariaten Analyse zeigte sich, dass das ECV unter den etablierten Bildgebungsparametern (wie etwa Größe und Funktion der Ventrikel) einen signifikanten Einfluss auf das Überleben hatte, dieser Effekt sich jedoch unter Einbeziehung der wichtigsten klinischen Parameter nicht mehr zeigte. Zusammenfassend kann somit das T1-mapping als akkurate Methode zur Bestimmung des ECV bestätigt werden. Der prognostische Stellenwert dieses Parametes bedarf jedoch noch weiterer Langzeitstudien.
Research Output
- 301 Zitationen
- 4 Publikationen
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2017
Titel Presence of ´isolated´ tricuspid regurgitation should prompt the suspicion of heart failure with preserved ejection fraction DOI 10.1371/journal.pone.0171542 Typ Journal Article Autor Mascherbauer J Journal PLOS ONE Link Publikation -
2015
Titel T1 Mapping by CMR Imaging From Histological Validation to Clinical Implication DOI 10.1016/j.jcmg.2015.11.002 Typ Journal Article Autor Kammerlander A Journal JACC: Cardiovascular Imaging Seiten 14-23 -
2015
Titel Pulmonary artery to aorta ratio for the detection of pulmonary hypertension: cardiovascular magnetic resonance and invasive hemodynamics in heart failure with preserved ejection fraction DOI 10.1186/s12968-015-0184-3 Typ Journal Article Autor Karakus G Journal Journal of Cardiovascular Magnetic Resonance Seiten 79 Link Publikation -
2015
Titel Prognostic Impact of Tricuspid Regurgitation in Patients Undergoing Aortic Valve Surgery for Aortic Stenosis DOI 10.1371/journal.pone.0136024 Typ Journal Article Autor Mascherbauer J Journal PLOS ONE Link Publikation