H. Potter Curriculum for Mental Health Resilience in Youth
Harry Potter Curriculum für psy. Resilienz bei Jugendlichen
Wissenschaftsdisziplinen
Psychologie (100%)
Keywords
-
Suicide Prevention,
Adolescents,
Media,
Resilience,
Mental Health,
Papageno effect
Psychische Probleme bei Jugendlichen sind ein erhebliches aktuelles Public Health Problem. Eine Präventionsstrategie, die in den letzten Jahren zunehmend empfohlen wird, umfasst schulbasierte Interventionen mit Schwerpunkt auf Kompetenzentwicklung zum Umgang mit Schwierigkeiten wie sie im alltäglichen Leben auftreten. Eine weitere vielversprechende, aber wenig erforschte Interventionsart sind Medieninterventionen. Frühere Studien deuten darauf hin, dass das Lesen von Geschichten über den persönlichen Umgang mit Schwierigkeiten kleine, aber klinisch bedeutsame Auswirkungen im Sinne einer Verringerung von Suizidrisikofaktoren hat (der Papageno-Effekt). Es erscheint wahrscheinlich, dass solche Medieneffekte durch eine längerfristige Auseinandersetzung mit Mediendarstellungen über den Umgang mit schwierigen Lebenssituationen stärker ausfallen als durch reines Lesen derartiger Geschichten. Harry Potter und der Gefangene von Askaban von J. K. Rowling kann al seine klassiche Bewältigungsgeschichte mit einhergehender Stärkung psychischer Gesundheit gelesen werden und findet bei Jugendlichen viel Anklang. Ziel dieses Projekts ist es, die Auswirkungen einer geführten Medienintervention unter Verwendung des Buches zur Verbesserung der psychischen Gesundheit bei 11- bis 15-Jährigen zu erheben. Wir möchten beurteilen, ob die Arbeit mit dem Buch Harry Potter in im Deutschunterricht unter Verwendung von Übungen aus dem speziell entwickelten Harry Potter-Lehrplan (HPC) positive Auswirkungen auf depressive Symptome, Angst, Suizidalität und Bewältigungsfähigkeiten bei 11- bis 15-Jährigen hat. Schulklassen mit circa 1200 Schülern und Schülerinnen werden an der Studie teilnehmen. Wir werden die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler vor dem Lesen, unmittelbar danach (circa drei Monate später), und erneut sechs Monate später erheben. Gruppendiskussionen mit Schülern und Schülerinnen, die am HPC teilgenommen haben, und mit Lehrern und Lehrerinnen, die den Lehrplan vermitteln, werden weitere Einblicke in die Erfahrungen mit dem HPC geben. Obwohl Interventionen zur Stärkung der psychischen Gesunheit bei Jugendlichen allgemein als relevant eingeschätzt werden, mangelt es noch an Interventionen, von denen man weiß dass sie tatsächlich effektiv zur Steigerung der psychischen Gesundheit beitragen. Diese Studie bietet eine dringend benötigte Gelegenheit, die Wissenslücke zwischen der Forschung zu den Auswirkungen von Kompetenztrainings in Schulen und Medieninterventionen zum Papageno-Effekt zu schließen, und kann dazu beitragen, die psychische Gesundheit von Jugendlichen nachhaltig zu fördern.
- Benedikt Till, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Mark Sinyor, Sunnybrook Health Sciences Centre - Kanada