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Strategische Raumplanung bei räumlicher Schrumpfung

Strategic Spatial Planning for Urban and Regional Shrinking

Alois Humer (ORCID: 0000-0003-0212-8609)
  • Grant-DOI 10.55776/J3993
  • Förderprogramm Erwin Schrödinger
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2017
  • Projektende 30.06.2020
  • Bewilligungssumme 162.010 €

Wissenschaftsdisziplinen

Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (100%)

Keywords

    Strategic Spatial Planning, Urban And Regional Shrinking, Spatial Planning Cultures, European spatial development (Finland, Austria), Comparative Case Study Research, Actors-Centred Institutionalism

Abstract Endbericht

Alois Humer Ausgangspunkt dieser Studie ist der Umstand, dass viele europäische Städte und Regionen mit demographischem Rückgang und wirtschaftlichem Abschwung konfrontiert sind. Wachsende Ballungsräume sind bislang unter höherer politischer und akademischer Aufmerksamkeit gestanden, insbesondere auch in Fragen stadtplanerischer und wirtschaftlicher Aktivitäten. Im Gegensatz zum Großteil raumplanerischer Studien wird sich diese Studie also dem Phänomen der regionalen Entwicklung unter Schrumpfungsbedingungen widmen. Es soll ein wissenschaftlicher Beitrag zur Debatte um Strategische Raumplanung geleistet werden, indem Schrumpfung als Thema behandelt wird. Die Hauptfragestellung ist, wie Strategische Raumplanung adaptiert und weiterentwickelt werden kann, um mit örtlicher und regionaler Schrumpfung umgehen zu können? Strategische Raumplanung kann mehr als das formell-rechtliche System der hoheitlichen Raumplanung und bezieht konzeptionell u.a. BürgerInnenbeteiligung,Involvierung privatwirtschaftlicher Akteure, zukunftsgerichtete und alternative Planungswege mit ein. Weil die hoheitliche Raumplanung (z.B: Flächenwidmungspläne, Landesentwicklungspläne) relativ beschränkt ist im Umgang mit komplexen Prozessen der Raumentwicklung, erfolgt ein Fokus auf Strategische Raumplanung in dieser Studie. Räumliche Schrumpfung ist ein gesellschaftspolitisch sehr heikles Thema und man muss davon ausgehen, dass es in verschiedenen Planungskulturen unterschiedlich aufgefasst wird und unterschiedlich damit umgegangen wird. Deshalb folgt diese Studie einem Kultur-sensitiven Zugang und vergleicht die Planungspraktiken in Finnland und in Österreich. Neben Literatur-, Dokumenten- und Datenanalysen werden eine Reihe an ExpertInnen- und Stakeholder-Interviews durchgeführt. Ein wesentlicher methodischer Aspekt sind Workshop- und Diskussions-Veranstaltungen, in denen es der nationalen und internationalen Wissenschaftscommunity sowie ExpertInnen und PraktikerInnen ermmöglicht wird, auf Basis der (Zwischen-)Ergebnisse der Studie in Dialog zu treten. Insgesamt soll diese Studie nicht nur zur Theoriebildung rund um Strategische Raumplanung beitragen, sondern auch Erkenntnisse sammeln, wie man planerisch mit schrumpfenden Städten und Regionen in der Praxis besser umgehen kann. Die ersten beiden Jahre wird die Forschung von Finnland aus betrieben. Der Antragsteller wird in der Arbeitsgruppe von Gastgeber Prof. Dr. Raine Mäntysalo an der Aalto Universität mitwirken und danach eine einjährige Rückkehrphase an das Institut für Stadt- und Regionalforschung ISR der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Leitung: Prof. Dr. Heinz Faßmann) antreten. page 1 of 1

Strategische Raumplanung im Kontext örtlicher und regionaler Schrumpfung - Finnische und Österreichische Planungskulturen im Vergleich (J3993-G29) Alois Humer Ausgangspunkt dieser Studie war der Umstand, dass viele europäische Städte und Regionen mit demographischem Rückgang und wirtschaftlichem Abschwung konfrontiert sind. Wachsende Ballungsräume waren bislang unter höherer politischer und akademischer Aufmerksamkeit gestanden, insbesondere auch in Fragen stadtplanerischer und wirtschaftlicher Aktivitäten. Im Gegensatz zum Großteil raumplanerischer Studien widmete sich diese Studie also dem Phänomen der regionalen Entwicklung unter Schrumpfungsbedingungen. Die Hauptfragestellung war, wie Strategische Raumplanung adaptiert und weiterentwickelt werden kann, um mit örtlicher und regionaler Schrumpfung umgehen zu können? Strategische Raumplanung kann mehr als das formell-rechtliche System der hoheitlichen Raumplanung und bezieht konzeptionell u.a. BürgerInnenbeteiligung, Involvierung privatwirtschaftlicher Akteure, zukunftsgerichtete und alternative Planungswege mit ein. Weil die hoheitliche Raumplanung (z.B: Flächenwidmungspläne, Landesentwicklungspläne) relativ beschränkt ist im Umgang mit komplexen Prozessen der Raumentwicklung, erfolgte ein Fokus auf Strategische Raumplanung in dieser Studie. Räumliche Schrumpfung hat sich als ein gesellschaftspolitisch sehr heikles Thema herausgestellt. Fallbeispiele aus den Finnischen Regionen Kotka-Hamina, Kainuu und Lapland habe gezeigt, dass in der strategischen Planungspraxis (1) eine Art Wachstumsautomatismus eingebaut ist, also entgegen tatsächlichen Entwicklungen und absehbaren Trends dennoch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum als Ziele in Planungsdokumenten ausgegeben werden. Solche Zielsetzungen sind dann nur bedingt brauchbar um damit in der (täglichen) Planungspraxis zu arbeiten. (2) In Fällen deutlicher Schrumpfungstendenzen werden Wachstumsziele nicht weiterverfolgt, allerdings kann es regional kontextuell sehr unterschiedlich sein, wie örtliche Planungsakteur*innen mit der Problematik umgehen, von proaktiv-kooperativ bis blockierend-agonistisch. Soweit Vergleichsfälle in Ober- und Niederösterreich gezeigt haben, sind diese Zugänge nicht unbedingt Planungskultur-spezifisch, sondern zwischen Finnland und Österreich gut vergleichbar. Neben Literatur-, Dokumenten- und Datenanalysen wurden eine Reihe an ExpertInnen- und Stakeholder-Interviews durchgeführt. Insgesamt hat diese Studie Beiträge leisten können zur weiteren Theoriebildung rund um Strategische Raumplanung und Erkenntnisse gesammelt wie man planerisch mit schrumpfenden Städten und Regionen in der Praxis besser umgehen kann. Die ersten beiden Jahre wurde die Forschung von Finnland aus betrieben, situiert in der Arbeitsgruppe von Gastgeber Prof. Raine Mäntysalo an der Aalto Universität; von Mai 2017 bis April 2019. Darauf folgte eine einjährige Rückkehrphase an das Institut für Stadt- und Regionalforschung ISR der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; von Juli 2019 bis Juni 2020. Ergebnisse des Projekts sind in mehreren wissenschaftlichen Artikeln und Konferenzbeiträgen dokumentiert.

Forschungsstätte(n)
  • Aalto University Helsinki - 100%

Research Output

  • 291 Zitationen
  • 11 Publikationen
  • 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2019
    Titel City-regional policies in the planning systems of Finland and Austria: National initiatives and European opportunities
    DOI 10.4000/belgeo.32122
    Typ Journal Article
    Autor Purkarthofer E
    Journal Belgeo. Revue belge de géographie
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Zearalenone and ß-Zearalenol But Not Their Glucosides Inhibit Heat Shock Protein 90 ATPase Activity
    DOI 10.3389/fphar.2019.01160
    Typ Journal Article
    Autor Acosta J
    Journal Frontiers in Pharmacology
    Seiten 1160
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Governing ‘places that don’t matter’: agonistic spatial planning practices in Finnish peripheral regions
    DOI 10.1080/21622671.2020.1857824
    Typ Journal Article
    Autor Mattila H
    Journal Territory, Politics, Governance
    Seiten 813-832
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Land Consumption and Land Take: Enhancing Conceptual Clarity for Evaluating Spatial Governance in the EU Context
    DOI 10.3390/su12198269
    Typ Journal Article
    Autor Marquard E
    Journal Sustainability
    Seiten 8269
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Conceptual Freedom in Planning Education and Students’ Methodological Learning
    DOI 10.1080/02697459.2020.1758429
    Typ Journal Article
    Autor Humer A
    Journal Planning Practice & Research
    Seiten 412-426
    Link Publikation
  • 2020
    Titel The gradual city-ness and town-ness of public service locations: Towards spatially sensitive sector policies
    DOI 10.1016/j.geoforum.2020.05.008
    Typ Journal Article
    Autor Humer A
    Journal Geoforum
    Seiten 81-91
    Link Publikation
  • 2020
    Titel EU Cohesion Policy and spatial economic growth: trajectories in economic thought
    DOI 10.1080/09654313.2019.1709416
    Typ Journal Article
    Autor Rauhut D
    Journal European Planning Studies
    Seiten 2116-2133
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Tensions in city-regional spatial planning: the challenge of interpreting layered institutional rules
    DOI 10.1080/00343404.2019.1707791
    Typ Journal Article
    Autor Granqvist K
    Journal Regional Studies
    Seiten 844-856
    Link Publikation
  • 2018
    Titel When does population growth pay off? A case study of suburban land consumption to assess the Lower Austrian infrastructural cost calculator
    DOI 10.1007/s10901-018-09639-7
    Typ Journal Article
    Autor Humer A
    Journal Journal of Housing and the Built Environment
    Seiten 331-344
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Breaking with the spatial-cycle model: the shift towards ‘syncurbanization’ in polycentric urban regions
    DOI 10.1080/00343404.2021.1969008
    Typ Journal Article
    Autor Humer A
    Journal Regional Studies
    Seiten 21-35
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Subnational and Dynamic Conceptualisations of Planning Culture: The Culture of Regional Planning and Regional Planning Cultures in Finland
    DOI 10.1080/14649357.2021.1896772
    Typ Journal Article
    Autor Purkarthofer E
    Journal Planning Theory & Practice
    Seiten 244-265
    Link Publikation
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2018
    Titel Senior Jury Member of the Regio Stars Awards 2018 (European Commission)
    Typ Prestigious/honorary/advisory position to an external body
    Bekanntheitsgrad Continental/International

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