Technologie-basierte Maßnahmen für Selbstregulation
TESS: Technology for Everyday Self-regulation Scaffolding
Wissenschaftsdisziplinen
Informatik (90%); Psychologie (10%)
Keywords
-
Social Emotional Skills Development,
Positive Computing,
Technology Supported Learning,
Self-Regulation Development,
User-Centred Design,
Parents And Children
Die Fähigkeit zur emotionalen Selbstregulation ist bereits im Volksschulalter unterschiedlich stark ausgeprägt. Ein Defizit dieser Fähigkeit geht im späteren Leben mit einem erhöhten Risiko für schlechtes schulisches Abschneiden, für kriminelles Verhalten und sogar für Suizid einher. Sozio-emotionale Lernintervention (SEL-Interventionen) der Präventionsforschung werden bereits weitgehend in Schulen eingesetzt, um solchen Risiken vorzubeugen. Eine große Herausforderung besteht jedoch darin, die psychologischen Wirkmechanismen in Technologie zu übersetzen und einen zuverlässigen Zugang zu den Lernenden über das Klassenzimmer hinaus zu ermöglichen. Zudem bleibt zu erforschen, wie solche Interventionen in den Alltag von ElternundKindernintegriertwerden können.Bisherige Interventionsprogramme setzen die Anwesenheit und professionelle Anleitung im Klassenzimmer voraus. Dies stellt einen großen Zeit- und Ressourcenaufwand dar, der eine erhebliche Barriere bedeutet. Das von uns geplante System verwendet digitale Technologien, Smart UbiComb Objekte, um ansprechende interaktive Erlebnisse für Eltern und Kinder zum Üben und Erlernen von Selbstregulation zu schaffen und diese in ihren Alltag einfließen zu lassen (z.B. als Teil der Hausaufgaben). Hierbei baut das Forschungsvorhaben auf iterative Studien auf um die technologischen Umsetzungen in unterschiedlichen kulturellen Alltagssituationen mit vier Migranten-Familien erster Generation in Großbritannien und Österreich zu evaluieren. Diese Forschungsarbeit wird von internationalen Partnern unterstützt: von führenden Organisationen der Präventionsforschung (Anna Freud Centre, Committee for Children, Rochester Relicience Projekt) sowie dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) und der CTPM. Erstmals werden die Möglichkeiten moderner Informationstechnologie aus dem Bereich der Mensch-Computer-Interaktion (HCI) mit Ansätzen der Präventionsforschung verknüpft, um sozio-emotionale Fähigkeiten zu entwickeln. Der hier dargestellte Forschungsansatz liefert wichtige Beiträge: Zum einen die Entwicklung eines theoretischen und eines praktischen Verständnisses davon, welche Rolle Informationstechnologie in dem Kontext von SEL-Interventionen spielen kann. Zum anderen stellt die Forschung das erstmalige Vorhaben innerhalb der HCI dar, das Potential moderner Technologie für das sozio-emotionale Lernen zu erkunden und begründet damit eine wichtige Forschungsagenda. Im Speziellen kann somit eine Weiterentwicklung bestehender Kerngebiete der HCI erreicht werden, wie beispielsweise die Arbeiten zur Verhaltensänderung, Positive Computing oder Personal Informatics. Diese Gebiete haben sich bis jetzt auf physikalische Aspekte (Bewegung, Ernährung, Schlaf) konzentriert und die Entwicklung psychologischer Kompetenzen vernachlässigt, aber gerade diese tragen eine Schlüsselrolle bei der Förderung des individuellen Wohlbefindens.
- University College London - 100%
- Joan Duffell, Portland State University - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 29 Zitationen
- 2 Publikationen
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2019
Titel Understanding Users Information Needs and Collaborative Sensemaking of Microbiome Data DOI 10.1145/3274470 Typ Journal Article Autor Otiono J Journal Proceedings of the ACM on Human-Computer Interaction Seiten 1-21 -
2018
Titel Mediating Conflicts in Minecraft DOI 10.1145/3173574.3174169 Typ Conference Proceeding Abstract Autor Slovak P Seiten 1-13