Biophysikalische Mechanismen kortikaler Suszeptibilität
Biophysical mechanisms of susceptibility in the human cortex
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (25%); Klinische Medizin (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (25%)
Keywords
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MRI,
Iron,
Quantitative Susceptibility Mapping,
Biophysical Mechanisms,
Cortex
Die quantitative Suszeptibilitätsbestimmung (QSM) ist ein neues Verfahren mit dem ein circa 10-fach höherer Kontrast zwischen grauer und weißerHirnsubstanz als mit konventioneller Magnetresonanztomographie (MRT) Bildgebung erreicht werden kann. Mit QSM lässt sich die Magnetisierbarkeit von Gewebe völlig nicht-invasiv bestimmen, wodurch sich neue Anwendungen für in-vivo Untersuchungen von Veränderungen des menschlichen Hirngewebes ergeben. Besonders interessant erscheint QSM in diesem Kontext für die Bestimmung von Eiseneinlagerungen und für mikrostrukturelle Gewebeveränderungen. Die derzeit eingesetzte QSM Methodik ermöglicht die Bestimmung der magnetischen Suszeptibilität für das gesamte Gehirn in relativ kurzer Zeit, da allerdings Suszeptibilitätsartefakte im Kortex besonders stark ausgeprägt sind, wurden in diesem Bereich noch keine konsistenten Studien durchgeführt. Das vorliegende Projekt erweitert und stabilisiert vorhandenen Strategien zur QSM Rekonstruktion durch dedizierte anatomische Informationen, damit auch kortikale Grenzbereiche zuverlässig und stabil erfasst werden können. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines generellen biophysikalischen Models kortikaler Suszeptibilität. In diesem Modell werden neben paramagnetischem Eisen, auch die Struktur und Zusammensetzung von diamagnetischem Myelin sowie die Orientierung der Nervenfasern bezüglich des magnetischen Feldes berücksichtigt werden. Für dieDurchführung der Entwicklungsarbeiten stehen ein moderner Ultrahochfeld- Magnetresonanztomograph zur Verfügung. QSM im menschlichen Kortex ist bei inflammatorischen und neurodegenerativen Erkrankungen von besonderem Interesse. Histopathologische Arbeiten zeigten vermehrte Eisenablagerungen im Motorkortex von Patienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS). Auch in amyloiden Plaques von Alzheimerpatienten sowie in kortikalen Läsionen von Multiple Sklerose (MS) Patienten kommt es zur verstärkten Anreicherung mit Eisen. Die methodischen Entwicklungen, die im Rahmen dieses Projektes umgesetzt werden, erlauben Eisenablagerung und damit verbundene mikrostrukturelle Gewebeveränderungen detaillierter und biophysikalisch fundiert zu bestimmen. Dadurch sind neue Einblicke in pathologische kortikale Gewebsveränderungen sowie klinische Applikationen bei neurologischen Erkrankungen möglich.
- Harvard Medical School - 100%
Research Output
- 244 Zitationen
- 2 Publikationen
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2015
Titel Fast quantitative susceptibility mapping using 3D EPI and total generalized variation DOI 10.1016/j.neuroimage.2015.02.041 Typ Journal Article Autor Langkammer C Journal NeuroImage Seiten 622-630 Link Publikation -
2015
Titel Rapid multi-orientation quantitative susceptibility mapping DOI 10.1016/j.neuroimage.2015.08.015 Typ Journal Article Autor Bilgic B Journal NeuroImage Seiten 1131-1141 Link Publikation