Ethnische Segregation in Schulen, Firmen und Gemeinden
Ethnic segregation in schools, firms and neighborhoods
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (10%); Wirtschaftswissenschaften (90%)
Keywords
-
Migrants,
School Segregation,
Firm Segregation,
Residential Segregation,
Educational Attainment,
Labor Market Outcomes
Die wirtschaftliche Integration von MigrantInnen stellt eine Herausforderung für die Politik dar. Eine Dimension in der Intergrationsdebatte ist ethnische Segregation und deren Auswirkungen auf die ökonomische Situation von Minderheiten. In diesem Projekt möchte ich Segregation von einer Lebensweg-Perspektive betrachten, d.h. die Auswirkungen von Segregation in verschiedenen Lebensphasen untersuchen. Die Analyse wird für Österreich durchgeführt, ein Land das seit den 1960er Jahren einen ständigen Anstieg an Zuwanderung verzeichnet. Im ersten Teil des Projekts untersuche ich die Auswirkungen von Segregation in Schulen. Ich verwende Registerdaten von 22 Jahrgängen von PflichtschülerInnen in Linz, der drittgrößten Stadt in Österreich. Ich schätze den kausalen Effekt von ethnischer Konzentration in der Schulstufe auf den Bildungserfolg der Kinder. Zur Identifikation wird die Variation der ethnischen Zusammensetzung von aufeinanderfolgenden Jahrgängen innerhalb der Schulen verwenden. Weiters wird dafür kontrolliert, dass sich unbeobachtete Faktoren über die Zeit verändern können. Nach Abschluss der Schullaufbahn folgt der Eintritt in den Arbeitsmarkt. In dieser Phase kann ethnische Segregation und das damit verbundene soziale Netzwerk die Arbeitsmarktchancen beeinflussen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass sich soziale Netzwerke auf Basis geografischer und ethnischer Dimensionen bilden und häufig für die Jobsuche verwendet werden. Im Allgemeinen führt dies zu positiven Ergebnissen, da die Suche erleichtert und Unsicherheiten reduziert werden. Allerdings gibt es auch Evidenz dafür, dass soziale Netzwerke nur dann vorteilhaft sind, wenn die Kontakte am Arbeitsmarkt gut situiert sind. Im zweiten Teil des Projekts möchte ich den Einfluss von ethnischer Konzentration in Firmen und Wohngemeinden auf den Arbeitsmarkterfolg von MigrantInnen untersuchen. Hierbei befasse ich mich mit den Auswirkungen auf das Einkommen, das Einkommenswachstum, die Beschäftigungs- dauer sowie die Häufigkeit und Dauer von Arbeitslosigkeit. Die Identifikationsstrategie für die Untersuchung von Firmensegregation besteht aus Aggregieren auf Gemeindeebene (um Selektion in unterschiedliche Firmen zu eliminieren) und Differenzieren nach Nationalität und über die Zeit (um für unbeobachtete Gemeindecharakteristika zu kontrollieren). Hier werden Daten des Österreichischen Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger verwendet, welche die Arbeitsmarktgeschichten aller Arbeiter und Angestellten im privaten Sektor von 1972 bis 2008 beinhalten. Für die Analyse von Wohnsegregation verwende ich die Gastarbeiterbewegung in den 1960er und 70er Jahren als natürliches Experiment. Der Anteil der MigrantInnen an der Wohnbevölkerung in den Gemeinden im Jahr 1971 wird als Instrumenten Variable für den Anteil der MigrantInnen bzw. für den Anstieg des MigrantInnenanteils zu einem späteren Zeitpunkt verwendet. Dieser Teil der Arbeit basiert auf der Analyse von österreichischen Lohnsteuerdaten von 1994 bis 2005 sowie auf Daten der Volkszählung des Jahres 1971.
Research Output
- 135 Zitationen
- 2 Publikationen
-
2012
Titel Girls, girls, girls: Gender composition and female school choice DOI 10.1016/j.econedurev.2011.11.002 Typ Journal Article Autor Schneeweis N Journal Economics of Education Review Seiten 482-500 Link Publikation -
2014
Titel Early Tracking and the Misfortune of Being Young DOI 10.1111/sjoe.12046 Typ Journal Article Autor Schneeweis N Journal The Scandinavian Journal of Economics Seiten 394-428 Link Publikation