Mitralklappenbiologie in Ischämischer Mitralinsuffizienz
Mitral Valve Biology in Ischemic Mitral Regurgitation
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (70%)
Keywords
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Mitral Valve,
Ischemic Mitral Regurgitation,
Mitral Valve Biology,
Mitral Valve Adaption,
Endothelial Progenitor Cells,
Mitral Valve Repair
Die Prävalenz der Herzklappenkrankheit (HKK) steigt mit dem Alter und trotz medizinischen Fortschritts sind Mortalität, Morbidität und die damit verbundenen Gesundheitskosten hoch. Obwohl die Mitralklappenkrankheit die häufigste HKK darstellt, und bei koronarer Herzkrankheit, nach einem Herzinfarkt und bei Herzinsuffizienz die Mortalität sogar verdoppelt (ischämische Mitralinsuffizienz), ist das Wissen um Mitralklappenbiologie und eventuelle Adaptation im pathologisch verändertem linken Ventrikel (LV) lückenhaft. Dies ist jedoch von potentieller Bedeutung: Stimulation endogener Herzklappen Reparaturmechanismen oder eventueller Herzklappen Reparaturzellen stellen neue Therapieansätze dar. Die Mitralklappensegeln (MKS) sind via Chordae (Sehnen) und den Papillarmuskel (PM) im LV verankert. In der ischämischen Mitralinsuffizienz (IMI) kommt es durch geometrische Veränderung des LV zu einem Ungleichgewicht des PM-MKS Systems: Die systolische Schließbewegung der MKS ist limitiert, der Klappenschluss gestört und daher undicht (=insuffizient). Echokardiografische Studien im Gastlabor haben gezeigt, dass die MKS Fläche zunimmt, häufig jedoch nicht adäquat um Insuffizienz zu verhindern. Es ist unklar, ob diese Flächenzunahme passive Dehnung der MKS widerspiegelt oder ob es sich um eine aktive Reparatur handelt mit vermehrter zellulärer Aktivität und Gewebeaufbau. Weiters ist unklar, ob das ischämische Milieu (die Grundlage für IMI) und / oder lokale Botenstoffe in Herzinsuffizienz diese möglichen Reparaturvorgänge fördern oder hindern. Hier liegen potentielle pharmakologische Therapieansätze. Unser Projekt wird daher durch experimentelle IMI Tiermodelle (künstlich gedehnte MKS, Ischämie und Mitralinsuffizienz) die folgenden Hypothesen bearbeiten: 1) Mitralklappengewebe und Biologie adaptieren aktiv mit Zellzahl und Gewebszunahme mit dem Ziel eines dichten Klappenschlusses 2) Ischämisches Milieu und / oder lokale Botenstoffe im pathologisch verändertem LV beeinflussen (wahrscheinlich hemmend) die endogenen Reparaturmechanismen. Dieses Projekt verknüpft Kardiologie (3D Echokardiographie) und Grundlagenforschung (Zellbiologie, Histologie, und Immunohistochemie) und ermöglicht die Interaktion mit, und Betreuung von führenden Wissenschaftern. Die gewonnen Erkenntnisse im Bereich 1) Mitralklappengewebe und Biologie und 2) Reparatur / Adaptation werden das Wissensfundament für neue Therapieansätze der Mitralklappenkrankheit ausbauen.
- Harvard Medical School - 100%