Evolutionäre Fundierungen kompetitiven Verhaltens
Evolutionary Foundations of Competitve Behavior
Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
-
Evolutionarily Stable Strategy,
Aggregative Game,
Stochastic Stability,
Price-Taking Behavior,
Supermodularity,
Competitive Equilibrium
Das Paradigma der vollständigen Konkurrenz in den Wirtschaftwissenschaften beruht auf der Annahme, dass alle Marktteilnehmer die herrschenden Preise als gegeben hinnehmen. Die Rechfertigung hierfür ist die Vorstellung, dass sehr viele Käufer und Verkäufer in den Markt agieren, und jeder einzelne im Vergleich zum Markt klein ist. Wenn das nicht der Fall ist, sagen wir, dass die Agenten Marktmacht haben und sich strategisch, d.h. nicht kompetitiv, verhalten (z.B. Monopol, Oligopol). Ziel dieses Projektes ist, unter Verwendung von Methoden der Evolutionären Spieltheorie eine neue Begründung für kompetitives Verhalten zu finden, die sich nicht auf die erwähnte Annahme vieler kleiner Marktteilnehmer stützt. Abweichend vom traditionellen neoklassischen Paradigma der Ökonomie, betrachtet man in der Evolutionären Spieltheorie Individuen, die nur beschränkt rational sind und denen wesentliche Informationen für ihre Entscheidungen mangeln. Dieser Ansatz ermöglicht eine dynamische Analyse von Situationen strategischer Interaktion, und zwar ohne die Annahmen perfekter Rationalität und koordinierter Erwartungsbildung im Gleichgewicht. Gewisse Resultate der evolutionären Literatur weisen auf starke Stabilitätseigenschaften kompetitiven Verhaltens hin. Insbesondere wurde im dem speziellen Rahmen eines Cournot Oligopols gezeigt, dass sich als Marktergebnis ein (kompetitives) Walrasianisches Gleichgewicht (und nicht ein Cournot-Nash Gleichgewicht) ergibt, wenn beschränkt rationale Unternehmer einfach das Verhalten ihrer erfolgreichsten Konkurrenten nachahmen und auch gelegentlich neue Strategien ausprobieren. Hauptziel dieses Projektes ist es zu untersuchen, bei welchen Marktstrukturen wir erwarten können, dass beschränkt rationales Verhalten unter Selektionsdruck zu kompetitiven Ergebnissen führt.
- Boston University - 100%
- Universität Wien - 10%