Makrophagenaktivierung bei ZNS Remyelinisierung
Macrophage Activation in CNS Remyelination
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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REMYELINATION,
GROWTH FACTOR,
CHEMOKINES,
MACROPHAGE,
ASTROCYTES,
MULTIPLE SCLEROSIS
Krankheit und Verlauf von Multipler Sklerose (MS), die durch den Verlust von Myelinscheiden im ZNS charakterisiert ist, hängen wesentlich von der Regenerationsfähigkeit des ZNS ab. Vor allem bei chronischer MS ist diese stark beeinträchtigt. Ein möglicher Grund hierfür ist die mangelnde Aktivierung von lokalen Vorläuferzellen. Neben spezialisierten Stützzellen wie Astrozyten und Oligodendrozyten sind verschiedene Zellen des Immunsystems, in die De- und Remyelinisierung involviert. Unter diese nehmen Makrophagen eine besondere Stellung ein, da sie einerseits mit der Zerstörung von Markscheiden und mit dem Abbau von Zerfallsprodukten demyelinisierter Areale in Zusammenhang stehen, wir aber andererseits nachweisen konnten, dass sie eine signifikante Rolle bei dem Wiederaufbau von Myelinscheiden spielen. Makrophagen können eine große Anzahl von molekularen Signalfaktoren sezernieren, die bei Heilungsprozessen in Erscheinung treten. Obwohl die singuläre Manipulation von Wachstumsfaktoren keinen Einfluss auf die Remyelinisierung zeigte, stellten wir fest, dass eine Verminderung von Makrophagen im ZNS zu einer deutlichen Abnahme des Ausmaßes der Regeneration führt. Zudem geht eine verlangsamte Regenerationsleistung im Zuge des Alterungsprozesses mit einer verspäteten Rekrutierung von Makrophagen einher und Signalstoffe, die auf Makrophagen einwirken, können die Remyelinisierung beeinflussen. Makrophagen scheinen wesentlich in die Steuerung von Remyelinisierungsprozessen involviert zu sein. Um den Mechanismus der Interaktion von Makrophagen, Stützzellen und Vorläuferzellen im ZNS zu beleuchten, sollen Versuche durchgeführt werden, die 1) die Expression von spezifischen makrophagenstimulierenden Faktoren aufdecken, 2) die Auswirkung von fehlenden immunologischen Faktoren in transgenen Modellen feststellen, 3) über virale Vektortechniken hypothetisch stimulierende Genmanipulationen unternommen werden und 4) spezifisch vorbehandelte Makrophagen in experimentelle Läsionen transplantiert werden. Ziel ist es neue Anhalte für therapeutische Strategien zu gewinnen, die auf einer spezifischen Modulation der Makrophagenaktivität beruhen.
- Medizinische Universität Graz - 10%
- University of Cambridge - 100%