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Filosofische Analysen zur teleiopoietischen Struktur der Freundschaft

The teleiopoietic structure of friendship

Arno Böhler (ORCID: 0000-0003-2892-737X)
  • Grant-DOI 10.55776/J1894
  • Förderprogramm Erwin Schrödinger
  • Status beendet
  • Projektbeginn 15.08.2000
  • Projektende 08.03.2002
  • Bewilligungssumme 34.156 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (60%); Politikwissenschaften (40%)

Keywords

    VIRTUALITY, FRIENDSHIP, POSTMODERNITY, DERRIDA, TEMPORALITY

Abstract

Dem Antragsteller geht es in diesem Forschungsprojekt an der New York University (Frau Prof. Dr. Avital RONELL) um eine Klärung der teleiopoietischen Struktur der Freundschaft. Jacques DERRIDA versteht unter Teleiopoiesis paradoxe Sätze der Vorzukunft, die einen möglicherweise auf uns zukommenden Sachverhalt antizipieren, ohne dabei auf den verschwiegenen Zu-Satz zu vergessen, dass es auch anders kommen könnte als vermeint. Dieser schweigende Zu-Satz des "Gefährlichen Vielleicht" (Nietzsche) und der Andersheit des möglicherweise auf uns Zukommenden ist im Kontext der abendländischen Filosofie qua Metafysik immer wieder übergangen, ausgesondert und ins Abseits geschoben worden. Fast könnte man sagen, dass die Idiosynkrasie der Metafysik gegen die Kontingenz ihrer Urteile eine Art Urverdrängung gegenüber dem Sachverhalt darstellt, dass wir Menschen in unserer Endlichkeit im Vorhinein nicht mit unbedingter Gewissheit wissen können, was einst geworden sein wird. Wir besitzen eben kein Vernunftvermögen, das im Besitz der Wahrheit des Ganzen (Hegel) ist. Der paradoxe Glaubensgrundsatz eines solchen wissenden Nichtwissens in Bezug auf die Vorzukunft (post modo, Postmoderne) lässt sich demnach wie folgt formulieren: "Ach! Wenn wir wüssten, wie es bald, so bald schon - anders kommen könnte! - Wie lässt sich diese ständig mögliche Alterität des Kommenden filosofisch verstehen und systematisieren? - Inwiefern ist das Eingeständnis der Endlichkeit des pro-tentionalen Bewusstseins in Bezug auf die mögliche Alterität des Kommenden für eine demokratische Kultur der Freundschaft unabdingbar? - Wie muss Freundschaft (Demokratie) gedacht werden, wenn sie als Vorrang der möglichen Andersheit des Kommenden und damit als Eingeständnis der Endlichkeit unseres pro-tentionalen wissens stattfinden soll? Die Beantwortung dieser Fragestellungen wird zur Einsicht führen, dass die teleiopoietische Struktur der Freundschaft nur im virtuellen Raum der Ek-sistenz möglich ist. Die temporale Ausarbeitung eines filosofischen Konzepts von Virtualität wird damit zum erstletztlichen Ziel dieses Forschungsprojekts.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 10%
  • New York University - 100%

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