Ganzwertige Polynome, d.h. Polynome mit Koeffizienten in einem Körper (etwa den der rationalen Zahlen), die
einen Ring (etwa den der ganzen Zahlen) in sich abbilden, werden seit langem zur Interpolation mit den Formeln
von Newton verwendet. Ihre arithmetischen Eigenschaften sind in der Zahlentheorie von Interesse. Heute sind
Ringe von ganzwertigen Polynomen (die meist nicht Noethersch sind) zentrale Objekte in der Theorie der Prüfer
Ringe. Geplant ist, ihre K-Theorie zu studieren, die deshalb faszinierend ist, weil die Bestimmung der K-Gruppen
für Polynomringe über Körpern zu den Höhepunkten der K-Theorie zählt, während über die K-Gruppen nicht
Noetherscher Ringe noch wenig bekannt ist. Ein weiteres Ziel ist die Adaptierung bewertungstheoretischer
Methoden, die ein wertvolles Hilfsmittel zur Untersuchung der Struktur dieser Ringe darstellen, von diskreten
Bewertungen vom Rang 1 auf allgemeine Bewertungen, was die Klasse der mit diesen Methoden behandelbaren
Ringe sehr vergrößern würde.