Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
Whiteness,
Racism,
Parishes,
Lived Religion
Abstract
In Europa wächst die Aufmerksamkeit für ethnische und kulturelle Vielfalt, wozu
unterschiedliche soziale Bewegungen beigetragen haben. Dabei stellt sich die Frage, ob es in
römisch-katholischen Pfarren in Belgien und Österreich ebenso eine beobachtbare Offenheit
für Vielfalt gibt. Obwohl die römisch-katholische Kirche eine globale Organisation mit einer
diversen Mitgliederschaft ist, lässt sich vermuten, dass konservativ-religiöse Gemeinschaften
zu rassistischen Einstellungen neigen. Trotz einer lang zurückreichenden katholischen
Tradition in Belgien und Österreich erleben beide Länder derzeit einen starken Rückgang
katholischer Zugehörigkeiten, weshalb sie als postkatholisch bezeichnet werden können.
Insofern stellt sich die Frage, wie sich Pfarrgemeinden zu den Themen Rassismus, whiteness
und Vielfalt verhalten und wo sich widerständige oder befördernde Praktiken identifizieren
lassen.
Dieses Projekt verfolgt das Ziel, Gemeindemitglieder und Pfarrleitungen acht römisch-
katholischer Pfarren in Belgien und Österreich aktiv in die Forschung miteinzubeziehen. Durch
Interviews, Beobachtungen und unter Einbeziehung künstlerischer Zugänge sollen einerseits
rassistische Vorstellungen und Handlungsvollzüge sowie Normalitätsvorstellungen von
whiteness offengelegt und bearbeitet und andererseits gelebte Vielfalt sichtbar gemacht werden.
Dazu werden von den Forschenden mit den Mitgliedern Diskussionen zum Umgang mit Vielfalt
geführt sowie gemeinsame Kunstprojekte initiiert, um den Dialog in der jeweiligen Gemeinde
zu fördern.