BioMonI: Biodiversitätsmonitoring von Inselökosystemen
BioMonI: Biodiversity monitoring of island ecosystems
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
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Biodiversity,
Monitoring,
Islands,
Vegetation,
Scenarios
Ozenaische Inseln sind globale Biodiversitätshotspots mit einem besonders hohen Grad an Endemismus, d. h. viele Arten kommen weltweit nur auf diesen Inseln oder Archipelen vor. Gleichzeitig sind Inseln besonders anfällig für vom Menschen verursachte Umweltveränderungen, wie Landnutzungsänderungen, Klimawandel oder die Einführung nicht-heimischen Arten. Entsprechend brauchen wir einen effektiven Schutz dieser natürlichen Lebensräume, die Umsetzung artenspezifischer Erhaltungsmaßnahmen und die Wiederherstellung von Ökosystemen. Dafür benötigt es effektive Monitoring-Werkzeuge um Information über den Schutz dieser sensiblen Systeme an die Politik weiterzugeben. Die europäischen Überseegebiete, v. A. die Inseln, die unter der europäischer Verwaltung stehen, tragen in erheblichem Maße zur Biodiversität in der EU bei und spielen so eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der ökologischen Leistungen der Natur für uns Menschen. Auch weltweit sind Inseln von entscheidender Bedeutung um Veränderung der Biodiversität zu erfassen, jedoch sind sie in den bestehenden globalen Biodiversitätsdatenbanken und Monitoring-Initiativen bisher stark unterrepräsentiert. Daher fehlt es auf vielen Inseln an effizienten langfristigen Biodiversitätsmonitorings das somit zu einem lückenhaften Verständnis des Status der Biodiversität global führt. In BioMonI erforschen wir, wie das Biodiversitätsmonitoring auf Inseln in Bezug auf Pflanzenvielfalt, Pflanzen-Arthropoden-Assoziationen und pflanzenbezogenen Ökosystemfunktionen ausgebaut werden kann und wie wir die Inselbiodiversität effektiv erfassen können. Um dies zu erreichen, mobilisieren wir historischen Informationen aus bestehenden Archiven, und verknüpfen bestehende und neue Monitoring-Instrumente. Darüber hinaus nutzen und entwickeln wir neue Feldmethoden, wie die Auswertung von Umwelt-DNA oder die satellitengestützte Fernerkundung zur Analyse der Struktur und Funktion von Ökosystemen. Schließlich werden gemeinsam mit lokalen Interessenvertretern Szenarien für einzelne Inselgruppen entwickelt, um künftige ökologische, sozioökonomische und gesellschaftliche Triebkräfte der Biodiversitätsveränderung auf Inseln zu verstehen und Strategien gegen den Verlust der Biodiversität im Einklang den Globalen Kunming- Montreal Biodiversitätszielen zu entwickeln. Die geplanten Erkenntnisse aus dem Projekt werden direkt in die Umweltplanung und Politikberatung einfließen, um den Biodiversitätsverlust global einzudämmen. Obwohl wir uns hier auf drei europäische Inselsysteme konzentrieren, werden die Ergebnisse und Dateninfrastruktur auch auf andere Inselsysteme weltweit anwendbar sein.
- Universität Wien - 100%
- Franz Essl, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in