Governance Klimawanderungen
Governance of Climate Mobilities
Belmont Forum
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (20%); Politikwissenschaften (70%); Soziologie (10%)
Keywords
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Resilience,
Migration,
Climate Change,
Social Stress,
Human Mobility,
Global Challenges
Der Klimawandel ist eine von vielen globalen Herausforderungen, die beeinflussen, wo Menschen wohnen und wie sie migrieren. Klimawandelfolgen vermischen sich mit Veränderungen in der Demographie, in der Energie- und Landnutzung, im Konsumverhalten, und in ökonomischen und sozialen Transformationen. Diese führen zu komplexen Situationen. Die Coronavirus Pandemie hat gezeigt, wie sozio-ökologische Risiken den Alltag und Mobilitätsentscheidungen von Menschen verändern können. Genau dann, als die Pandemie scheinbar unter Kontrolle war, brach der Ukrainekrieg aus. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es nicht so viele Geflüchtete in Europa. Der Krieg zeigt auch gleichzeitig die Vulnerabilität von unseren Energiesystemen. Dieses Weltgeschehen unterstreicht die komplexen Verbindungen zwischen globalen Veränderungen und wo Menschen wohnen können. Die Notwendigkeit der effektiven Governance wird somit deutlicher. Aber wie werden Regeln für solche Situationen überhaupt entwickelt? Besonders wo viele Politikfelder relevant sind, wer hat da das Sagen? Wie verstehen Entscheidungsträger:innen das Zusammenspiel globaler Veränderungen aus deren unterschiedlichen Perspektiven? Welche Überschneidungen und Unterschiede gibt es und wie können ganzheitliche Strategien entstehen? Das Projekt Governing Climate Mobilities befasst sich mit genau diesen Fragen. Wie verstehen politische Entscheidungsträger:innen, die auf der internationalen Ebene tätig sind, die Auswirkungen von globalen Veränderungen, insbesondere der Klimawandel, auf die Migration? Das Projekt wird globale Politikprozesse in verschiedenen Politikbereichen analysieren. Es werden auch Interviews mit politischen Entscheidungsträger:innen aus verschiedenen Politikfelder durchgeführt, z.B. in der Entwicklungs-, Landwirtschafts-, Ernährungs-, Gesundheits-, Umwelt- und Klimapolitik, um zu verstehen, wie sich diese Perspektiven zwischen den Politikfeldern unterscheiden. Da der Krisenbegriff sowohl in der Klima- als auch in der Migrationspolitik weit verbreitet ist, wird in diesem Projekt darauf eingegangen, wie die Wahrnehmung von globalen Veränderungen als Krisen den politischen Entscheidungsprozess beeinflusst. Zusätzlich untersucht das Projekt alternativ auch die Idee von sozialen Kipppunkten. Unter diesen versteht man Prozesse, bei denen kleine Veränderungen einen größeren bzw. bedeutenden sozialen Wandel auslösen. Sogar ein völlig verändertes soziales System kann verursacht werden. Diskussionen mit Entscheidungsträgern:innen über soziale Kipppunkte werden durch die Arbeit der Projektpartner:innen im übergeordneten PHOENIX-Projekt erleichtert. Die Projektpartner:innen werden Datenbanken, Modelle und empirische Forschung mit Migrant:innen zu diesen sozialen Kipppunkten bereitstellen. Erforscht wird was soziale Kipppunkte sind, wie sie interagieren und wie sie sich auf das Leben und die Migration der Menschen auswirken. Die Antworten daraus liefern neue Impulse für politische Gespräche.
- Donau-Universität Krems - 100%