Proximate Faktoren, die helfendes Verhalten bei Schweinen
Let me out! Proximate factors in helping behavior in pigs
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (80%); Tierzucht, Tierproduktion (20%)
Keywords
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Prosocial Behaviour,
Pig,
Helping Behaviour,
Animal Welfare,
Animal Emotions,
Social
Prosoziale Verhaltensweisen, d. h. Handlungen, die anderen Individuen zugute kommen, sind beim Menschen weit verbreitet, werden aber auch bei nichtmenschlichen Tierarten beobachtet. Es ist jedoch wenig über die zugrunde liegenden Mechanismen bekannt und inwieweit Tiere und Menschen einige der gleichen emotionalen oder kognitiven Anpassungen teilen, die Prosozialität fördern. Hilfreiche Verhaltensweisen, bei denen ein Individuum einem anderen hilft, ein ansonsten unerreichbares Ziel zu erreichen, sind besonders interessant, weil sie beim Menschen manchmal mit Empathie in Verbindung gebracht werden. Allerdings ist der Nachweis von Empathie bei Tieren in wissenschaftlichen Bereichen nach wie vor umstritten. Wir haben ein Hilfsparadigma entwickelt, bei dem Schweine spontan lernen können, eine Tür zu öffnen, entweder in einem helfenden Kontext, in dem sie einen Partner befreien, der für kurze Zeit in einem Abteil gefangen ist, oder in einem nicht-helfenden Kontext, in dem sie eine Tür zu einem identischen, leeren Abteil öffnen. Das Paradigma erfordert kein Training und keine Futterbelohnung, da die Schweine in der Lage waren, das Öffnen der Tür selbständig zu lernen. Außerdem testen wir Schweine in sozialen Gruppen in ihrer häuslichen Umgebung, so dass die Tiere selbst entscheiden können, ob, wann und wem sie helfen wollen. Im ersten Teil des Projekts werden wir diesen Testansatz nutzen, um die Rolle der individuellen Persönlichkeit und Erfahrung, des Verhaltens und der möglichen Aufforderung durch das gefangene Schwein sowie der sozialen Beziehungen bei der Beeinflussung des Hilfsverhaltens zu bewerten. Im zweiten Teil des Projekts werden wir nicht-invasive Methoden einsetzen, um physiologische Veränderungen beim Helfer und bei den gefangenen Schweinen zu messen, je nachdem, ob sich die Schweine zur Hilfeleistung entschlossen haben oder nicht. Mit diesem Projekt soll festgestellt werden, inwieweit Helfer eine Sensibilität für den emotionalen Zustand anderer Tiere in Not zeigen und in der Lage sind, ihre eigene emotionale Reaktion zu regulieren, um zu helfen. Unser Projekt hat auch Auswirkungen auf den Tierschutz, da es klärt, wie emotionale Ansteckung und emotionale Regulierung prosoziales Verhalten und die Verbreitung positiver oder negativer emotionaler Zustände in Tiergruppen beeinflussen können.
- Liza Moscovice - Deutschland