Religiopolitics. Das christliche Imperium & seine Untertanen
Religiopolitics - the Imperium Christianum and its Commoners
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (15%); Geschichte, Archäologie (85%)
Keywords
-
Digital Humanities,
GIS,
Interregional Studies,
Christianisation,
Medieval Church History,
Social Archaeology
Die Dynastie der Ottonen (919-1024) sah sich an den Grenzen des Heiligen Römischen Reiches zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt: Magyaren, Slawen, Wikinger und Muslime bedrohten seine politische Integrität. Die konventionelle Geschichtsschreibung vermittelt das Bild, dass die Ottonen eine überraschend wirksame Lösung fanden, die Europa am Ende des ersten Jahrtausends in seinem Kern veränderte: die Gründung von Bistümern an den Grenzen des Reiches. Dazu gehörte die Aussendung von Missionaren und schließlich die Integration der Nachbarn in das Imperium Christianum. Die entscheidende Rolle der erwähnten Bistümer in diesem Prozess ist unbestreitbar. Die direkte Auswirkung auf die Landbevölkerung - die den größten Teil der Gesellschaft ausmachte - erfolgte jedoch in erster Linie über das Netzwerk der lokalen Kirchen, die in diesem Prozess entstanden. Das REPLICO-Projekt konzentriert sich auf diesen oft übersehenen Teil der Bevölkerung, um zu untersuchen, wie sich die Veränderungen in den obersten politischen und kirchlichen Organisationen auf die Entwicklung des lokalen Kirchennetzes auswirkten und wie die verschiedenen Strategien bei der Integration der slawischen Bevölkerung funktionierten. In dem Projekt wird zunächst eine Datenbank mit archäologischen und historischen Daten aus dem 10. bis 12. Jahrhundert aus dem heutigen Österreich, Slowenien und der Tschechischen Republik zusammengestellt und analysiert. Diese Daten werden dann mit modernsten Instrumenten wie Spatial Analysis und geostatistischen Analysen, einschließlich Machine Learning, ausgewertet. Das Ziel ist die Erstellung einer historischen Interpretation.