Die Skusek Collection: Von der Bühne zum virtuellen Museum
LIFE OF THE SKUŠEK COLLECTION
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (30%); Bauwesen (20%); Informatik (50%)
Keywords
-
Architecture,
3D models,
Chinese Art,
Skusek Collection,
Virtual Reality,
Augmented Reality
Die Skušek Sammlung hat eine ungewöhnliche Geschichte. Ivan Skušek Jr, einem slowenischen Marineoffizier der K.u.K. Marine, gelang es während der Kriegsgefangenschaft in China eine umfangreiche Sammlung an hochwertigen chinesischen Kunstgegenständen zusammenzustellen. Sie umfasste Möbel, Architekturelemente aus Keramik sowie ein detailgetreues Holzmodell eines chinesischen Pavillons, Porzellan und Gebrauchsgegenstände wie Pfeifen und andere Rauchutensilien. Als Herkunft der Objekte wird das Umfeld des kaiserlichen Hofs vermutet. In China traf Ivan Skušek auch seine japanische Frau Tsuneko Kondo Kawase/Marija Skušek. Gemeinsam gelangte das Paar bald nach Ende des Krieges nach Ljubljana und die Sammlung mit ihnen. Die folgenden Jahre verbrachte das Paar an unterschiedlichen Wohnorten in Ljubljana. Die Sammlung wurde Teil des Lebens, Wohnraumausstattung und Repräsentationsbühne gleichermaßen. Fotos belegen die prominenten Anlässe und Besuche. Versuche der Skušeks, den Bau eines Museums für chinesische Kunst zu initiieren, scheiterten allerdings obwohl asiatische Kunst in Europa in dieser Epoche hoch geschätzt wurde. So wurden die Wohnräume der Skušek zu lived-in museums. An der Geschichte der Sammlung lässt sich ein breites Spektrum an Forschungsfragen festmachen: Welche Bedeutungen hatten Sammlungen asiatischer Kunstobjekte? Wie wurde präsentiert und rezipiert? Und welche Rolle spielten Frauen oftmals im Hintergrund agierend in diesen Sammlungsgeschichten? Wie funktionierte im konkreten Fall die Überlagerung von privatem Raum und halb-öffentlichen Inszenierungen? Im Rahmen des Projekts geht es um die Rekonstruktion der gesamten Geschichte der Skušek Sammlung, beginnend mit der ersten Phase der Zusammenstellung in China. Der Fokus liegt dabei bei den unterschiedliche architektonische Raumsituationen in Ljubljana. Dazu wird auch Archivmaterial, vor allem alte Baupläne, ausgehoben und digitalisiert. Noch bestehende Gebäude werden dokumentiert und vermessen. Danach werden 3D-Modelle erstellt. In einem parallelen Prozess werden die Sammlungsstücke digitalisiert. Die meisten Objekte, die der ursprünglichen Sammlung zugeordnet werden können, befinden sich im Slovene Ethnographic Museum (SEM). Einige Objektgruppen wie Möbel, Pfeifensets oder Porzellan, wurden allerdings auch aufgeteilt und sind auf unterschiedliche Museen verteilt. In digitalisierter Form können diese nun wieder zusammengeführt werden. Im nächsten Schritt werden digitalisierte Objekte und Räume zusammengeführt. Die Räumlichkeiten, in denen die Skušeks wie Schauspieler de facto als Teil der Sammlung agierten, werden in eine virtuelle Umgebung übertragen und über Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) erlebbar gemacht. Es geht aber um mehr als nur den Nachbau von Ausstellungssituationen in wechselnden architektonischen Umgebungen. Es geht um die Rekonstruktion von Zeitgeschichte, die in diesen Räumlichkeiten Gestalt angenommen hat.
- Technische Universität Graz - 100%
- Helena Motoh, Science and Research Centre Koper - Slowenien
Research Output
- 3 Publikationen
- 1 Künstlerischer Output
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2025
Titel The Naval Officer and the Kimonoed Lady Typ Journal Article Autor Kozicz G. Journal Orientations Seiten 94-99 -
2025
Titel A wooden joint and corner bracket of a Chinese gate house Typ Conference Proceeding Abstract Autor Fruehwirt Konferenz CAADRIA 2025 Seiten 285-294 -
2024
Titel The Adamantine Terrifier on the Dresser DOI 10.35469/poligrafi.2024.441 Typ Journal Article Autor Kozicz G Journal Poligrafi Seiten 31-59 Link Publikation