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Sprache und Diskurse geberdominierter Entwicklung

Language and discourse in East African development networks - Studies in donor driven development

Irmtraut Maral-Hanak (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/H205
  • Förderprogramm Charlotte Bühler
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2004
  • Projektende 30.09.2006
  • Bewilligungssumme 46.928 €

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    Sprachwahl, Ostafrika, Kritische Diskursanalyse, Partizipation, Entwicklungszusammenarbeit, Empowerment

Abstract

Das Forschungsvorhaben untersucht qualitative Zielsetzungen der Entwicklungszusammenarbeit (Partizipation, Empowerment und Gender) aus einer kommunikativen und linguistischen Perspektive. In einem ersten Schritt ist zunächst der theoretische und historische Hintergrund dieser Konzepte aufzuarbeiten und ihre Bedeutung zu definieren. Eine wesentliche Herausforderung liegt im nächsten Schritt, in dem die Umsetzung dieser qualitativen Konzepte in der Praxis der Entwicklungszusammenarbeit untersucht werden soll. Qualitative Konzepte spielen eine wesentliche Rolle, wenn es um die Legitimation von Projekt- und Programmplanung geht. In der Umsetzung konkreter Programme ist die Verwirklichung solcher Zielsetzung allerdings die Ausnahme. Das Forschungsvorhaben geht von der Annahme aus, dass qualitative soziale Entwicklungsziele - mehr als technische oder ökonomische - von interpersoneller Interaktion und sprachlichen Aushandlungsprozessen abhängen. Allerdings finden gerade sprachliche und kommunikative Aspekte in der Praxis der Entwicklungszusammenarbeit kaum Beachtung. Das Forschungsvorhaben richtet sich gerade auf diese weithin vernachlässigten Bereiche. Im Mittelpunkt der Forschung steht eine Textanalyse mündlicher und schriftlicher Kommunikation, die zwischen 1994 und 2003 von der Antragstellerin in fünf Entwicklungsnetzwerken aufgezeichnet wurde und von der kritischen Diskursanalyse ausgeht, wie sie von Norman Fairclough, Teun van Dijk und Ruth Wodak entwickelt wurde. Das vorhandene Textkorpus besteht aus etwa 300 Seiten transliterierter mündlicher und 200 Seiten schriftlicher Kommunikation. Zusätzlich sollen Interviews und Bibliotheksrecherchen durchgeführt werden, um soziolinguistische Daten zu vervollständigen. Organisationskommunikation, sprachliche Strategien, Identitätskonstruktionen, hegemoniale Diskurse, und Sprachwahl sind als diskursanalystische Untersuchungsbereiche von besonderer Relevanz. Die Analyse wird sprachliche Phänomene auf verschiedenen Ebenen der Sprache bzw linguistischer Beschreibung umfassen. Die Interpretation der Daten wird sich sowohl auf einen sprachwissenschaftlichen als auch auf einen breiteren sozioökonomischen Rahmen beziehen. Die Komplexität der Geber-Nehmer-Beziehungen soll aus einer neuen Perspektive betrachtet und dadurch Ergebnisse gewonnen werden, auf deren Grundlage eine alternative Problemanalyse und Planung möglich wird.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 60%
  • Stadt Wien - 40%

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