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Grundlagen der buddhistischen Erkenntnistheorie

Foundations of Buddhist epistemology

Birgit Kellner (ORCID: 0000-0002-6076-5182)
  • Grant-DOI 10.55776/H197
  • Förderprogramm Charlotte Bühler
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2004
  • Projektende 31.12.2005
  • Bewilligungssumme 84.018 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (70%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)

Keywords

    Buddisthische Erkenntnistheorie, Dharmakirti

Abstract

Im 6. Jahrhundert u.Z. entsteht im indischen Buddhismus eine Bewegung, die sich später in die von der modernen Forschung "erkenntnistheoretisch-logische Tradition" des Buddhismus (kurz ELT) entwickeln wird. Die ersten Hauptvertreter der ELT, Dignaga (ca. 480-540) und Dharmakirti (ca. 600-660), entwickeln eine umfassende Theorie, die erkenntnistheoretische und logische Themen abdeckt. Dabei übernehmen sie aus früheren Schichten buddhistischer Philosophie ein ebenso reichhaltiges wie subtiles Begriffsinventar zur Analyse des Geistes und geistiger Funktionen, das sie mit neuen Problemen und Methoden konfrontieren. Diese werden ihrerseits in lebhaftem Austausch mit den bedeutendsten nicht-buddhistischen Gelehrtentraditionen ihrer Zeit entwickelt. Das vorliegende Projekt beabsichtigt, zentrale Begriffe buddhistischer Erkenntnistheorie zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Dharmakirti zwei alternative Modelle zur Erklärung des Entstehens mentaler Ereignisse interpretiert, anwendet und erweitert. In späteren Texten der Tradition werden diese Modelle als jeweils charakteristisch für die Denkschulen des Yogacara und Sautrantika erachtet. Auf der Grundlage hauptsächlich von Abschnitten aus den Kapiteln über Wahrnehmung in Dharmakirtis Werken Pramanavarttika und Pramanaviniscaya strebt das vorliegende Projekt eine Fallstudie zur Umformung übernommener Konzeptionen über das Entstehener geistiger Prozesse durch einen der bedeutendsten buddhistischen Philosophen Indiens an. Diese Fallstudie beruht auf philologischer Grundlagenarbeit, insofern die verwendeten Textmaterialien kritisch herausgegeben und übersetzt werden. Indem Dharmakirtis Behandlung der beiden Modelle zu ihrer Behandlung in früheren buddhistischen Quellen in Beziehung gesetzt wird, soll ferner die Geschichte zentraler erkenntnistheoretischer Ideen im Buddhismus beleuchtet werden, wodurch Dharmakirtis Bemühungen und Leistungen letztlich in ihrem geschichtlichen Umfeld verständlich werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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