Die ehemaligen Frauenklöster des Mittelalters in Wien
The former convents of medieval Vienna
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (10%); Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (50%); Rechtswissenschaften (20%)
Keywords
-
Mittelalter,
Wien,
Klosterarchitektur,
Geistliche Frau,
Frauenklöster,
Stadt
Bereits im 13. Jahrhundert existierten in Wien innerhalb der Befestigungsanlage vier Frauenkonvente, das Zisterzienserinnenkloster St. Niklas in der Singerstraße als Filialkloster der Niederlassung vor dem Stubentor, das Prämonstratenserinnenkloster St. Agnes in der Himmelpforte, das Augustiner Chorfrauenstift St. Jakob auf der Hülben und das Dominikanerinnenkloster St. Laurenz am Fleischmarkt. Zwei weitere Niederlassungen, das Zisterzienserinnenkloster St. Niklas vor dem Stubentor und das Maria Magdalenakloster vor dem Schottentor, waren in unmittelbarer Nähe zur Stadtmauer angesiedelt: Im Verlauf des 14. Jahrhunderts kamen noch das Clarissenkloster St. Clara und das Büßerinnenhaus St. Hieronymus hinzu. Die heute gänzlich aus dem Stadtbild verschwundenen Frauenkonvente standen im mittelalterlichen Wien auf engstem Raum nebeneinander. Trotz der bedauerlichen Verluste lassen sich Bau und Ausstattung der Wiener Frauenkonvente aufgrund bildlicher und schriftlicher Quellen gut rekonstruieren. Das vorrangige Ziel der Forschungsarbeit ist es, diese Bauten nach kunsthistorischen Kriterien, wie Architektur, Raumdisposition, bautypologische Einordnung und Ausstattungselemente zu bearbeiten. Ein zweiter Aspekt des Forschungsvorhaben widmet sich dem sozialhistorischen Umfeld der Klosterfrauen und zeigt die Beziehungen zur Öffentlichkeit auf. Vordergründig soll hier, das Zusammentreffen der geistlichen Frauen und der städtischen Gesellschaft untersucht und die Schauplätze des öffentlichen und des Klosterlebens aufgezeigt werden. Für eine funktionierende Kommunikation dieser scheinbar gegensätzlichen Positionen, weibliche Religiosität und Öffentlichkeit, spielt der "architektonisch gestaltete Ort" eine wesentliche Rolle.
- Gabriele Possanner Institut für interdisziplinären Forschung - 100%