Gendered Territory and Sacred Women in Tibet
Gendered Territory and Sacred Women in Tibet
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (70%); Sprach- und Literaturwissenschaften (30%)
Keywords
-
SOCIAL ANTHROPOLOGY OF TIBET,
TIBETAN LANDSCAPE INTERPRETATIONS,
GENDER RELATIONS
Als religiöse Frauen Tibets sind heute vor allem buddhistische Nonnen bekannt, sowie Heilige aus der Literatur. Darüber hinaus gibt es jedoch eine Anzahl lokaler, weiblicher, religiöser Traditionen, die eher im Rahmen von territorialen Kulten und deren synkretistischer Verschmelzung mit tantrischen Ritualen und Vorstellungen zu verstehen sind. Die Vertreterinnen dieser teilweise unbekannten Traditionen sind Orakel der lokalen Berggötter sowie Inkarnationen weiblicher tantrischer Gottheiten. Einige Hinweise dazu gibt es bereits vom berühmten österreichischen Ethnologen René de Nebesky-Wojkowitz. Eine ethnographische Dokumentation dieses Phänomens war jedoch wegen der schwierigen politischen Lage Tibets bis heute nicht möglich. Mit meiner Arbeit beabsichtige ich nun einige dieser Traditionen, die trotz Verfolgung während der chinesischen Kulturrevolution in Tibet noch zu finden sind, zu dokumentieren und zu analysieren - gerade auch in Beziehung zur weiblichen Identität in der tibetischen Gesellschaft. Insbesondere möchte ich die völlig unbekannten weiblichen Orakel von Porong, Phadrug, Dangra Yumtsho, Nyemo und Nagchu Gebiete untersuchen, sowie die Kulte um die Samding, Dorje Phagmo, einer weiblichen Reinkarnation der tantrischen Göttin Vajravarahi. Die erste Vertreterin dieser weiblichen Reinkarnationslinie war die Prinzessin von Gungthang, Chökyi Dröme (Chos kyi sgron me), die im fünfzehnten Jahrhundert lebte, eine wichtige Figur der Bodongpa Tradition. Als Äbtissin eines Mönchskloster und Mitglied der People`s Consultive Conference der Tibetischen Autonomen Region der Volksrepublik China ist die Zwölfte Samding Dorje Phagmo heute eine wichtige und gleichzeitig umstrittene Figur der tibetischen religiösen Revitalisationsbewegung. Dank meiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Tibetischen Akademie der Sozialen Wissenschaften, in meiner Eigenschaft als Mitglied von Forschungsprojekten des Fonds zur Förderung. der Wissenschaftlichen Forschung unter der Leitung von Univ. Prof. A. Gingrich, habe ich gute Voraussetzungen, die für mein Projekt notwendige, ethnologische Feldforschung in der Tibetischen Autonomen Region durchführen zu können.
- Stadt Wien - 50%
- Universität Wien - 50%