Gender und Trauer in der Literatur und Kultur des 18. Jh.
Gender and Mourning in 18C British Literature and Culture
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (33%); Soziologie (33%); Sprach- und Literaturwissenschaften (34%)
Keywords
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Mourning,
Gender Ideals,
Eighteenth-Century Literature And Culture,
Grief
Im 18. Jahrhundert gab es bedeutende Veränderungen in der Art und Weise, wie Menschen über biologisches und soziales Geschlecht und Trauer nachdachten. In dieser Zeit begann die Gesellschaft, Männer und Frauen auf der Grundlage ihrer physischen Körper als absolute Gegensätze zu betrachten. Gleichzeitig änderte sich auch die Einstellung zur Trauer: Die Strömung der Empfindsamkeit, die Emotionen und Empathie in den Vordergrund stellte, verlieh Trauer eine größere moralische und kulturelle Bedeutung, sodass literarische Gattungen, die Leid und Verlust sublimierten, eine Blütezeit erlebten. Sarah Frühwirths Projekt beschäftigt sich mit dem faszinierenden Zusammenspiel von Trauer und Geschlecht im 18. Jahrhundert. Ihr Ziel ist es herausfinden, wie Geschlechterideale Trauerpraktiken prägten und wie diese Praktiken wiederum Geschlechternormen verstärkten oder in Frage stellten. In ihrer Studie wird sie auch Veränderungen von Trauerpraktiken während dieser Zeit und ihre Verbindungen zu breiteren historischen Trends, wie der Kultur der Empfindsamkeit und kulturellen Vorstellungen von Melancholie, untersuchen. Frühwirths Projekt wird sowohl literarische als auch nicht literarische Texte einschließen, da es auf den folgenden zwei zentralen Annahmen beruht: erstens, dass sowohl literarische als auch nicht-literarische Texte die vorherrschenden Werte und Normen einer Epoche widerspiegeln, und zweitens, dass sowohl literarische als auch nicht-literarische Texte eine wichtige Rolle bei der Schaffung, Aufrechterhaltung und Hinterfragung dieser Normen spielen. Demgemäß wird ihre interdisziplinäre Studie nicht nur britische Literatur des 18. Jahrhunderts, sondern auch medizinische, religiöse, philosophische und kulturelle Texte wie Nachrufe, Grabinschriften und Predigten umfassen. Mithilfe von Methoden der Literatur-, Kultur-, Geschlechter-, Emotions- und Sterbeforschung will Frühwirth neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Trauer Teil kultureller Prozesse, die Machtstrukturen verfestigen und gesellschaftliche Bedeutungen prägen, war und immer noch ist.
- Universität Wien - 100%
- Sylvia Mieszkowski, Universität Wien , Mentor:in