Die Epidemiologie von akuten kleinen Hirninfarkten im MRT
The epidemiology of small acute brain infarcts on MRI
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (25%); Informatik (10%); Klinische Medizin (65%)
Keywords
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Cerebral small vessel disease,
Stroke,
Cardiovascular disease,
Magnetic Resonance Imaging,
Diffusion-weighted imaging,
Epidemiology
Schlaganfall ist eine der Hauptursachen für Behinderungen bei älteren Menschen. Die sprichwörtlich vom Schlag getroffenen Personen erleben oft schlagartig Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, die meistens von einem großen Hirngewebeschaden, einem Infarkt, hervorgerufen werden. Im Gegensatz dazu sind kleine akute Hirninfarkte oft gar nicht spürbar sie treten still und heimlich auf. Dennoch könnten sie weder selten noch harmlos sein. Im Gegenteil: Forschungsdaten deuten darauf hin, dass diese winzigen, nur wenige Millimeter großen, akute Hirninfarkte im Alter sogar häufig sind. Und dass Personen mit kleinen akuten Hirninfarkten ein erhöhtes Risiko für einen richtigen Schlaganfall oder für Demenz haben könnten. Allerdings ist es noch weitgehend unklar, bei welchen Personengruppen diese Mini-Infarkte am wahrscheinlichsten auftreten und welche Bedeutung sie tatsächlich für die Gesundheit haben. Dr. Annemieke ter Telgte, Wissenschaftlerin beim Schlaganfall-Forschungszentrum VASCage in Innsbruck, will diese Fragen mit Hilfe ihres FWF ESPRIT-Forschungsprojekt beantworten. Dazu wird sie die bisher größte epidemiologische Studie zu diesem Thema durchführen. Sie wird mehr als 50.000 Gehirn-MRT-Bilder aus UK und aller Welt analysieren und dabei auch neuartige automatisierte Bildauswertungsverfahren verwenden. Kleine akute Hirninfarkte können zwar mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) entdeckt werden, allerdings nur in einem kurzen Zeitfenster von einigen Tagen bis Wochen. Das heißt, Patient*innen müssen zufälligerweise genau in diesem Zeitfenster eine MRT-Untersuchung erhalten, um die kleinen Infarkte zu finden. Es ist ein bisschen wie eine Sternschnuppe, die man nur sieht, wenn man genau im richtigen Moment hinschaut", verdeutlicht VASCage-Forscherin Dr. Annemieke ter Telgte. Aufgrund dieser Schwierigkeiten muss man extrem viele MRT-Bilder auswerten, um die winzigen Läsionen zu erforschen. Dr. Annemieke ter Telgte greift daher auf zwei sehr große Datenquellen zurück. Zum einen verwendet sie die Datensätze des weltweiten DIAGNOSE-Netzwerks (Diffusion- weighted ImAGiNg pOSitive lEsion consortium). Dabei handelt es sich um mehr als 8.000 Gehirn- Scans aus 10 verschiedenen internationalen Studien. Und zum anderen stehen ihr die rund 50.000 Gehirn-Scans der UK Biobank zur Verfügung. Um diese automatisiert auszuwerten, wird beim Forschungszentrum VASCage ein auf Maschinenlernen basierender Algorithmus entwickelt. Das Projekt soll Klarheit darüber schaffen, wie häufig kleine akute Hirninfarkte in verschiedenen Bevölkerungsgruppen auftreten. Außerdem will ter Telgte herausfinden, ob Risikofaktoren wie zum Beispiel Bluthochdruck, für kleine akute Hirnfarkte verantwortlich sind, und ob diese Läsionen ihrerseits tatsächlich das Risiko für Schlaganfall und Demenz erhöhen. So soll es in Zukunft möglich werden, kleinen akuten Hirninfarkten vorzubeugen und ihre Folgen zu verhindern.
- VASCage GmbH - 100%
- Stefan Kiechl, Medizinische Universität Innsbruck , Mentor:in
- Reinhold Schmidt, Medizinische Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Markus Haltmeier, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Meike W. Vernooij, Erasmus University Medical Center Rotterdam Universitair Medisch Centrum Rotterdam - Niederlande
- Frank-Erik De Leeuw, Radboud University Nijmegen Medical Centre - Niederlande
- Marcel Verbeek, Radboud University Nijmegen Medical Centre - Niederlande
- Geert Jan Biessels, University Medical Center Utrecht - Niederlande
- Marco Duering, Medical Image Analysis Center - Schweiz
- Christopher Chen, National University of Singapore - Singapur
- Saima Hilal, National University of Singapore - Singapur
- Steven M. Greenberg, Harvard Medical School - Vereinigte Staaten von Amerika
- Susanne Van Veluw, Harvard Medical School - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 2 Wissenschaftliche Auszeichnungen
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2025
Titel Bayer Thrombosis Research Award 2025 Typ Research prize Bekanntheitsgrad Regional (any country) -
2024
Titel Invited speaker for European Stroke Organisation Conference (ESOC) 2024 Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International