Philosophische Theologie im Umbruch, Band 1: Ortsbestimmung
Philosophische Theologie im Umbruch, Band 1: Ortsbestimmung
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
Metaphysikgeschichte,
Phänomenologie,
Ontologie,
Lebenswelt,
Philosophie Theologie,
Wissenschaftliche Topik
Philosophische Theologie untersucht möglichst unvoreingenommen die Betroffenheit unseres Daseins von dem Unergründlichen, das Religionen das Heilige, Göttliche oder Gott nennen. Die Nachzeichnung ihrer wechselvollen Geschichte seit den griechisch-orientalischen Ursprüngen soll erhellen, warum sie heute größtenteils aus dem Fächerkanon philosophischer Disziplinen ausgeschieden ist und einem methodischen Atheismus Platz gemacht hat. Dabei wird der Verwandlung der Ontologie im lateinischen Westen des 12. bis 14. Jahrhunderts besondere Aufmerksamkeit gewidmet, da hier die Ursprünge nachfolgender und moderner Konzeptionen philosophischer Theologie liegen. Letzteren wird häufig und mit Recht ein Mangel an Erfahrungsnähe und spekulative Verstiegenheit zur Last gelegt, was eine neuerliche, weiter reichende Verwandlung des Faches notwendig erscheinen lässt. Der Vorbereitung des fälligen Umbruchs dient dieser erste Band eines insgesamt auf vier Bände geplanten Werks. Er untersucht überblickshaft und problemorientiert das Selbstverständnis und die Aufgabenbereiche philosophischer Theologie als systematischer Wissenschaft. Methodisch handelt es sich um eine Topologie, die im Sinne Kants den verstreuten Erkenntnissen einen Ort im System der Wissenschaften zuweist. Die Stellung philosophischer Theologie 1. inmitten der verschiedenen Theologien (der mythischen, politischen und - paradigmatisch für andere Theologien - der jüdisch-christlichen Offenbarungstheologie), sowie 2. innerhalb des systematischen Aufbaus der Philosophie selbst, wird in ihrem geschichtlichen Werdegang diskutiert. Mit Hilfe einer neu konzipierten phänomenologisch-hermeneutischen Methode der ursprünglichen (d.h. durchgemachten und verstandenen) Erfahrung unseres Menschseins, wird eine Fundamentalontologie erarbeitet, die den Ereignis- und Gabecharakters unseres leibhaftigen Anwesens in der Welt aufdeckt. Durch sie wird der Boden bereitet für die Erschließung der Dimension des transzendenten Ursprungs in der Philosophischen Theologie. Als Fundamentalontologie beschränkt sie sich auf einige wichtige Grundfragen und Sachgebiete der Ontologie, die dem theologischen Kontext in Form von Exkursen beigefügt wurden. Diese Exkurse können unabhängig vom Hauptteil als systematische Einführung in die Philosophie und Grundlegung der Ontologie gelesen werden.