Latein - Deutsch kontrastiv. Vom Phonem zum Text
Latein - Deutsch kontrastiv. Vom Phonem zum Text
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
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Contrastive Linguistics,
Contrastive Grammar,
Language Teaching,
German linguistics,
Latin linguistics
Manfred Kienpointner: Latein - Deutsch kontrastiv. Vom Phonem zum Text. Erscheint als Band 23 der Reihe: Deutsch im Kontrast. Groos/Stauffenburg: Tübingen. "Latein - Deutsch kontrastiv" stellt erstmals eine umfassende kontrastive Grammatik Latein - Deutsch auf dem Stand der modernen linguistischen Forschung vor. Alle sprachlichen Ebenen, von der Phonetik/Phonologie über die Morphologie und Satzsyntax bis zur Textebene, werden systematisch dargestellt. Neben der ausführlichen Beschreibung grammatikalischer Kontraste zwischen Latein und Deutsch werden stets auch kurze Ausblicke auf Kontraste zum Englischen und Französischen mitgeliefert. Die theoretische Grundlage des syntaktischen Teils der kontrastiven Grammatik bildet die moderne Dependenzgrammatik, wie sie von Lucien Tesnière begründet und unter anderem von Hans-Jürgen Heringer, Gerhard Helbig, Ulrich Engel, Igor Mel`?uk, Christian Lehmann und Vilmos gel fortgeführt wurde. Daneben werden vor allem funktionale Ansätze berücksichtigt, insbesondere die Funktionale Grammatik von Simon C. Dik, die von Harm Pinkster, Machtelt Bolkestein, Caroline Kroon und Rodie Risselada aufs Lateinische angewendet worden ist. Den allgemeinen theoretischen Rahmen für die kontrastive Grammatik bildet die funktionale Sprachtheorie von Eugenio Coseriu. Das Zielpublikum für diese kontrastive Grammatik sind vor allem Lehrende an Schule und Universität, die Latein unterrichten. Daneben soll die Grammatik aber auch praktische Impulse für den Deutschunterricht und den fremdsprachlichen Unterricht (Englisch, Französisch) liefern. Insbesondere soll die systematische Darstellung der Kontraste zum Lateinischen praktischen Zielen wie der Fehlerprävention und der Sprachreflexion dienen, insbesondere der Überwindung eines naiven monolingualen "Sprachrealismus" (= Die Welt ist so, wie meine Muttersprache sie darstellt). Darüber hinaus kann diese kontrastive Grammatik Latein - Deutsch aber auch Zielen der kontrastiven und sprachtypologischen Forschung nützliche Hinweise liefern. Im Einzelnen werden die folgenden Inhalte behandelt: Das erste Kapitel Phonetik/Phonologie bietet eine kontrastive Darstellung des lateinischen und deutschen Phonemsystems. Ein kurzer Ausblick stellt dem Lateinischen und Deutschen das englische und französische Phonemsystem gegenüber. Sodann werden Elemente der deutschen und lateinischen Silbenstruktur sowie die Akzentsetzung kontrastiv dargestellt. Im zweiten Kapitel wird eine kontrastive Morphologie des Lateinischen und Deutschen geboten. Nach einer knappen Einordnung des Lateinischen und Deutschen nach der morphologischen Sprachtypologie werden in den jeweiligen Unterkapiteln die Wortarten sowie morphologische Systeme wie Kasus, Genus, Numerus, Tempus, Modus und Diathese detailliert gegenübergestellt, mit kurzen Ausblicken auf die englische und französische Morphologie. Im dritten, umfangreichsten Kapitel liegt der Schwerpunkt auf der kontrastiven Satzsyntax. Nach einer Diskussion des zentralen Begriffs "Satz" und der Einordnung des Lateinischen und Deutschen nach syntaktischen Typologien als Nominativ-Akkusativ-Sprachen mit einzelnen ergativen und aktiv-inaktiven Zügen folgt eine detaillierte Gegenüberstellung lateinischer und deutscher Satzkonstituenten. Auf der Grundlage der Dependenzgrammatik und der Funktionalen Grammatik werden die Dependenzhierarchie der lateinischen und deutschen Satzkonstituenten und die hier zu beobachtenden Kontraste dargestellt. Ausführlich wird auch auf die teilweise deutlich kontrastierenden semantischen Rollen von Konstituenten im Lateinischen und Deutschen eingegangen. Es folgt eine Liste von lateinischen und deutschen Satzmodellen, mit einem kurzen Ausblick auf englische und französische Satzmodelle. Schließlich werden die syntaktischen und semantischen Funktionen von subordinierten satzwertigen Konstruktionen im Lateinischen und Deutschen näher erörtert. Das vierte Kapitel ist der kontrastiven Textsyntax gewidmet. Im Anschluss an Coseriu werden die Phänomene der Superordination, Subordination, Koordination und Substitution in lateinischen und deutschen Texten gegenübergestellt, wieder mit gelegentlichen kurzen Ausblicken auf englische und französische Texte. Das letzte Unterkapitel behandelt die Wortstellung im Lateinischen und Deutschen. Das fünfte Kapitel ist ein knappes Fazit, das auf einer sehr allgemeinen Ebene das Lateinische und Deutsche nach den Parametern Kürze und Implizitheit im Ausdruck sowie Flexibilität in der Wortstellung resümierend gegenüberstellt.
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