Aufbau wozu. Neues zu H.C. Artmann
Aufbau wozu. Neues zu H. C. Artmann
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (15%); Sprach- und Literaturwissenschaften (85%)
Keywords
-
German-language literature,
Translation,
Austrian literature,
Literary History 20Th Century,
Hans Carl Artmann
Aufbau wozu: Neues zu H. C. Artmann. Hg. von Marc-Oliver Schuster Der Aufsatzband enthält neue Arbeiten zu H. C. Artmann. Sein 75. Geburtstag im Jahre 1996, der Georg Büchner Preis von 1997, sein Ableben drei Jahre später und der Ankauf seiner Privatbibliothek durch die Stadt Wien im Jahre 2004 erneuerten das Forschungs- und Öffentlichkeitsinteresse. Diese intensivierte Zuwendung profitierte von der Aktualität der Wiener Gruppe, von Dokumentationen zur Kultur der Wiener Nachkriegszeit und von der Anerkennung der langfristigen Einflüsse Artmanns und der Wiener Gruppe auf nachfolgende Schriftsteller. Schon früh wurde die Aufmerksamkeit für Artmann international, und dies will die Publikation fördern, indem fünf Experten aus dem Ausland (USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland) zur Mitarbeit gewonnen werden konnten. Neuere Studien folgen dem Hinweis Josef Donnenbergs, der 1981 die zukünftige Artmann-Forschung als "Aufgabe für Komparatisten, Linguisten und Literatursoziologen" erachtete, erweitern diese Felder aber zwischen den Polen von Sprachartistik und Kontextbezogenheit. Die zwölf Beiträge decken einen Großteil der neuesten Forschung ab und bieten Neues in methodischer, textanalytischer, komparatistischer, biographischer und bibliographischer Hinsicht. Die Anordnung der Beiträge folgt der Tendenz von allgemeineren zu besonderen Fragestellungen. Artmanns Poetik und Sprachkunst diskutieren die ersten drei BeiträgerInnen. Monika Schmitz-Emans untersucht die Sprach-Magie seiner "Wort-Wesen", während Peter Pabisch einige "Ich"-Figuren und Selbstdarstellungen mitsamt seiner Erfahrung des Zweiten Weltkriegs behandelt. Michael Backes zufolge ist Artmanns Darstellung der Dichterexistenz kein rein literarisches Projekt, sondern "poesie als weltanschauung" (Konrad Bayer) im Kontext der experimentellen Semiotik der Wiener Gruppe. Deren Begeisterung für die Barockliteratur verfolgt John J. White in vier Pastiche-Werken. Der Dramatik widmen sich Elisabeth Parth, Alexandra Millner und Sonja Kaar. Parth analysiert Artmanns Übersetzung von Alfred Jarrys Ubu Roi und listet im Anhang Artmanns Übersetzungen und Werkbearbeitungen. Alexandra Millner verfolgt die Tradition der Lustigen Figur bei Artmann, Rühm und Bayer, während sich Sonja Kaar dem Dramolett how lovecraft saved the world zuwendet. Jacques Lajarrige und Marc- Oliver Schuster decken zwei zeitlich benachbarte Prosawerke aus den 1960ern ab (Das suchen nach dem gestrigen tag; Frankenstein in Sussex), während Alois Brandstetters Kommentar zu einem früheren, leicht gekürzten Artikel zu einem Gedicht Artmanns zur wissenschaftlichen Rezeption überleitet, deren aktuelle Forschungslage und Nachlassbearbeitung Heide Kunzelmann und Martin A. Hainz erörtern. Nach den Angaben zu den BeiträgerInnen beschließt den Band ein sorgfältiger Index von Namen, Werken und Begriffen, um ein leserfreundliches Nachschlagen zu gewährleisten und eine weiterführende Beschäftigung mit Artmann anzuregen.
- Universität Wien - 100%