Marienthal - das Dorf - die Arbeitslosen - die Studie
Marienthal - das Dorf - die Arbeitslosen - die Studie
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (100%)
Keywords
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History Of Sociology,
Social History Of Marienthal,
Historiography Of Social Sciences,
Marie Jahoda,
Marienthal study,
Paul F. Lazarsfeld
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich das Buch "Die Arbeitslosen von Marienthal" (zuerst Leipzig 1933) zu einem Klassiker der empirischen Sozialforschung entwickelt. Es gibt im Bereich der Sozialwissenschaften weltweit wohl nur wenige Forschende, die noch nichts von Marienthal gehört haben. Und nur wenige von ihnen kennen Marienthal in einem anderen Zusammenhang als jenem der Arbeitslosigkeit. Kaum ein Wissenschaftler, kaum eine Wissenschaftlerin weiß mehr über Marienthal als das Wenige, das in dem bekannten Buch von 1933 berichtet wird. "Marienthal" ist ein Mythos geworden, ein Mythos in den Wissenschaften. Das vorliegende Buch gibt einen Überblick über die historische, politische, soziale und kulturelle Entwicklung der Fabrik und Arbeiterkolonie Marienthal, welche nahe Wien, in den Gemeinden Gramatneusiedl und, zu einem kleinen Teil, Reisenberg, liegen. Es beschreibt die Entwicklung vom Industriedorf zu einer der frühen Pendlergemeinden Österreichs (1930 - 1995). Das Buch gibt erstmals Einblicke in die Geschichte der Fabrik sowie deren Besitzer, ebenso in die Gebäude und sozialen wie kulturellen Institutionen Marienthals, welchen in der Marienthal-Studie besondere Bedeutung zukommt. Besonderer Wert wird auf das Marienthal in den Jahrzehnten vor und nach der Studie gelegt, nicht zuletzt, um die besonderen Entstehungsbedingungen der "Arbeitslosen von Marienthal" zu dokumentieren und zu analysieren, aber auch die Versuche, die Arbeitslosigkeit nach der Fabrikschließung von 1930 zu überwinden, die ja nicht mehr Gegenstand der Marienthal-Studie waren. Der zweite Teil des Buches behandelt die Marienthal-Studie selbst, wobei deren Entstehung, die Publikationsgeschichte und besonders das bislang kaum beachtete Projektteam von 15 teils durchaus bekannten Personen vorgestellt werden. Die erstmals veröffentlichten Interviews mit den an der Marienthal-Studie führend beteiligten Forscherinnen Marie Jahoda, Lotte Schenk-Danzinger und Gertrude Wagner vermitteln persönliche Sichtweisen rund um Marienthal. Beiden Teilen, der Ortsgeschichte und der Geschichte der Studie, sind umfassende Bibliographien beigefügt. Außerdem werden neben statistischem Material 22 schwer zugängliche, großteils erstmals gedruckte Dokumente für Studierende, Lehrende und Forschende bereit gestellt, die wichtige Ereignisse in der Geschichte des Dorfs und die Entstehung der Marienthal-Studie illustrieren sollen.
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