Die Wälder und Gebüsche Österreichs
Die Wälder und Gebüsche Österreichs
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
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Biodiversity,
Syntaxonomy,
Forest Types,
Phytosociology,
Vegetation Classification,
Vegetation Survey
Für das Gebiet der Republik Österreich liegen bisher zwei umfassende Übersichten der Waldgesellschaften vor (Mayer 1974, Mucina et. al. 1993). Beide Werke stellen Meilensteine dar, doch konnte keine der vorgestellten Gliederungen wirklich befriedigen. Ein Grund hiefür ist sicherlich in der enormen Vielfalt Österreichs zu suchen. Im Spannungsfeld von Alpen, Mittelgebirgen und pannonischer Tiefebene gelegen, drängen sich hier auf engstem Raum derart viele Einflüsse zusammen, dass jeder Versuch, eine österreichweite Übersicht zu erstellen, praktisch einer Bearbeitung ganz Mitteleuropas gleichkommt. Der wichtigste Unterschied dieser nunmehr dritten Übersicht liegt ohne Zweifel im Vorhandensein von pflanzensoziologischen Tabellen. Erst durch Tabellen werden Gliederungen transparent und nachprüfbar. Zugleich erfordert deren Erstellung aber, sich mit dem Datenmaterial intensiver und kritischer auseinander zu setzen. Eine bloße Literatur-Kompilation schied daher von vornherein aus. Seit der Übersicht von Mucina et. al. (1993) wurden in österreichischen Wäldern mehr als 8.000 neue Vegetationsaufnahmen erhoben. Damit und mit den Möglichkeiten der numerischen Datenverarbeitung konnte die Vegetationssystematik auf eine zuvor nicht gekannte Objektivitätsstufe gehoben werden. Mit dem vorliegenden Projekt wurde das gesamte österreichische Datenmaterial zu den Wäldern digital aufgearbeitet und mit Hilfe numerischer Klassifikationsverfahren neu bearbeitet. Insgesamt wurden mehr als 20.000 Vegetationsaufnahmen mit dem Datenbankprogramm TURBOVEG erfasst. Der größere Teil der Daten wurde aus der Literatur (Zeitschriften, Monographien, Dissertationen, Diplomarbeiten) entnommen oder von Fachkollegen und Institutionen zur Verfügung gestellt, ein kleinerer Teil wurde im Feld neu erhoben. Der Gesamtdatensatz wurde zunächst nach den dominanten Gehölzarten in mehrere Teildatensätze untergliedert, welche meist höheren Syntaxa (Verbänden, Ordnungen, Klassen) entsprachen. Diese Teildatensätze wurden dann numerisch bearbeitet und das Ergebnis einer eingehenden ökologischen und syntaxonomischen Interpretation unterzogen. Die Ergebnisse der numerischen Klassifikation wurden im Zuge dieser Arbeit meist mehr oder weniger stark modifiziert. Schließlich erfolgte die Erstellung der synoptischen Tabellen, dichotomer Bestimmungsschlüssel aller Gesellschaften (für Österreich eine Neuheit) und der Gesellschafts-Beschreibungen. Der beschreibende Teil des Buches enthält: wissenschaftliche und deutsche Namen der Gesellschaften; Synonyme; verbale Diagnosen: Physiognomie und dominante Arten, Standorte (inkl. Bodentypen und Seehöhenverbreitung), Verbreitung in Österreich; Charakterarten; Arten mit hoher Stetigkeit (nur für Assoziationen); Natura 2000-Codes; entsprechende Biotoptypen nach der "Roten Liste gefährdeter Biotoptypen Österreichs"; geographische und/oder altitudinale Variabilität der Assoziationen; Subassozionen; wichtigste Literatur. Das vollständige Autorenzitat der wissenschaftlichen Gesellschaftsnamen sowie die nomenklatorischen Typen sind in einem Anhang aufgelistet.
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