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Instrumentarium und Instrumentalstil in der Wiener Hofoper

Instrumentarium und Instrumentalstil in der Wiener Hofoper

Dagmar Glüxam (ORCID: 0000-0001-6133-2533)
  • Grant-DOI 10.55776/D3858
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 02.10.2006
  • Projektende 06.02.2007
  • Bewilligungssumme 8.000 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (100%)

Keywords

    Viennese Court Chapel, Instrumentation, Italian Opera, Performance Practice, Viennese symphonic instrumental style, Orchestra Playing

Abstract

Die vorliegende Habilitationsschrift stellt die erste systematische Abhandlung über die Entwicklung des Instrumentalstils und der Aufführungspraxis der Wiener Hofkapelle aus der Zeit ihrer Hochblüte unter den Kaisern Joseph I. (1705 - 1711) und Karl VI. (1711 - 1740) dar. Anhand der Opernpartituren und des dazugehörigen Stimmenmaterials von Komponisten wie G. und A. Bononcini, M. A. Ziani, J. J. Fux, Fr. Conti, A. Caldara, G. Porsile, L.A. Predieri u.a., wie sie in der Musiksammlung der ÖNB, der Bibliothek der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde sowie verschiedenen ausländischen Archiven überliefert sind, werden hier Themengebiete wie die Entwicklung der Partitur, Bestand, Besetzungen, Instrumentation sowie das Instrumentarium und die Funktion der einzelnen Instrumente behandelt. Weitere Fragen beziehen sich auf die Formung des autonomen Orchesterstils, die Verwendung des Concerto grosso-Prinzips zwischen 1700 und 1710, die wichtige Stellung der Arie mit konzertanten Instrumenten (Oboen, Chalumeaun, Fagott, Trompete, Violine, Viola damore, Violoncello u.a.) oder die Verwendung von charakteristischen Instrumentenkombinationen in der Wiener Hofoper (wie etwa der Doppelchörigkeit zwischen 1716 und 1736). Besonderes Augenmerk wurde auf die Klärung zahlreicher - und insbesondere für die Editionspraxis wichtiger - Besetzungsfragen (Violini, Violini soli, Concertino, Senza oder Con Fagotto, Senza oder Con Hautbois? usw.) gerichtet, u.a. auch in Hinsicht auf den generationsbedingten Wandel in der Wiener Kopierpraxis um 1729. Zusammenfassend betrachtet stellen die untersuchten Opernpartituren ein faszinierendes Dokument über die Reflexion der aktuellen stilistischen Strömungen dar sowie Kultivierung des Orchesterspiels auf höchstem Niveau. Aufgrund der Tatsache, dass die instrumentalen Begleitstimmen in der Wiener Hofoper der zeitgenössischen Wiener Instrumentalmusik kompositorisch und stilistisch weiter überlegen waren, ergibt sich hier unweigerlich die Frage nach der Bedeutung der italienischen Oper in Wien für die Entwicklung der Wiener vorklassischen und klassischen Instrumentalmusik. Die Wiener Opernpartituren und die dort nachvollziehbare Entwicklung des Orchesterstils machen deutlich darauf aufmerksam, dass jede Überlegung hinsichtlich der Herausbildung und Formung des Wiener symphonischen Instrumentalstils ohne die Berücksichtigung der italienischen Oper am Wiener Hof nur lückenhafte Ergebnisse bringen kann.

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