Moritz Schlick: Die Wiener Zeit 1926 - 1936 (I/6)
Moritz Schlick: Die Wiener Zeit 1926 - 1936 (I/6)
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
Ligcal Empiricism,
Philosophy of Science,
Philosophy of Language,
Foundation of Knowledge,
Causality,
Meaning
Mit dem Wechsel nach Wien begann für Schlick eine Phase der Neuorientierung, die erstmals 1926 publizierten Niederschlag fand. Untrennbar verbunden mit Schlicks Schaffen in dieser Periode ist die Geschichte des Wiener Kreises, jener hochkarätigen Diskussionsrunde von Philosophen und Wissenschaftlern, die die Philosophiegeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts so maßgeblich prägte. Gegenüber einer langen Periode, in der sich die Rezeption dieser Gruppe auf die Wiedergabe vereinfachender Klischees beschränkte, begannen vor wenigen Jahrzehnten die Bemühungen um ein differenziertes Bild. Teil des hartnäckigen Zerrbilds, für dessen endgültige Korrektur der vorliegende Band eine Grundlage bieten soll, ist die Auffassung einer in sich geschlossenen Schule - ein Bild, das die teils fundamentalen Kontroversen ausblendet, die auf dem Boden eines gemeinsamen Bekenntnisses zu Klarheit und Genauigkeit ausgetragen wurden. Auf diese Diskussionen verweisen in vorliegendem Band zahlreiche Anmerkungen des Sachkommentars, in denen Gegenpositionen samt entsprechenden Literaturangaben angeführt werden. Andererseits werden auch Einflüsse auf Schlicks Denken - hier ist vor allem Wittgenstein zu nennen - belegt. Weiters werden die von Schlick meist sehr nachlässig gehandhabten Literaturangaben ergänzt sowie zur Unterstreichung und Klärung von einzelnen Punkten entsprechenden Stellen aus Nachlaß und anderen publizierten Schriften Schlicks zitiert. Jedem Text ist ein editorischer Bericht vorangestellt, der den jeweiligen Entstehungshintergrund beleuchtet und eine Einordnung in das Gesamtwerk Schlicks versucht. Grundlegend sowohl für Sachkommentar als auch editorische Berichte ist neben unveröffentlicht gebliebenen Texten vor allem der umfangreiche Briefwechsel, den Schlick u. a. mit Philosophen und Wissenschaftlern wie Carnap, Einstein, Heisenberg, Neurath oder Reichenbach führte. Die Ausgestaltung eines "konsequenten Empirismus", die Neubestimmung des Verhältnisses von Philosophie und Wissenschaft, die Fundierung der Erkenntnis, das Leib/Seele-Problem: Damit sind nur einige der wichtigsten Themen angesprochen, die Schlick in dieser Zeit beschäftigten. Es war ihm nicht mehr vergönnt, die Ergebnisse seines Denkens in einer Monographie niedergelegt zu sehen, die an Stelle seines 1925 in zweiter Auflage erschienenen Hauptwerkes, der Allgemeinen Erkenntnislehre, treten sollte. Band 6 der Moritz-Schlick-Gesamtausgabe enthält alle unselbständig erschienenen Arbeiten Schlicks, die von ihm im letzten Dezenium seines Lebens autorisiert worden sind. Die Textgestalt basiert auf den Erstpublikationen, sämtliche im Nachlaß erhaltenen Vorstufen dieser Texte sind im textkritischen Apparat berücksichtigt. Der vorliegende Band ist Band I/6 der Kritischen Gesamtausgabe der Werke Moritz Schlicks. Die Bände I/2 ("Die Reflexion des Lichtes/Raum und Zeit in der gegenwärtigen Physik") und I/3 ("Lebensweisheit/Fragen der Ethik") sind bereits fertiggestellt und erscheinen bei Springer Wien-New York. Die Druckkosten für diese beiden Bände wurden vom FWF finanziert.
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