Sylloge Nummorum Graecorum Österreich. Sammlung Leypold II
Sylloge Nummorum Graecorum Österreich. Sammlung Leypold II
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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Rom Kaiserzeit,
Münzen,
Archäologie,
Münzbilder,
Griechischer Osten,
Kleinasien
Die international von der British Academy eingeführte Reihe Sylloge Nummorum Graecorum hat es sich zum Ziele gesetzt, antike griechische Münzen in modernster Weise zu publizieren; das heißt jedes Stück genau zu beschreiben und abzubilden. Der griechischen Münzwelt haftet in weit höherem Maße als der römischen oder gar byzantinischen die Individualisierung an. Kaum ein Stück gleicht dem anderen. Oft erschließt sich die Lesung von Namen oder Titeln nur aus der Kombination mehrerer Stücke. In den letzten Jahren hat sich die Wissenschaft in verstärktem Maß den sogenannten Greek Imperiais zugewendet. Die Sylloge Aulock, die mit der Publikation des Indexbandes 1981 (Franke, Leschhorn, Stylow) ihren endgültigen Abschluss gefunden hat, war dafür wohl der Anstoß gewesen. Die zweite fast abgeschlossene Serie ist die SNG Kopenhagen. In Tübingen, München, Laibach und Budapest, auch an der American Numismatic Society in New York wird das Unternehmen der Sylloge betrieben. Mit der Publikation "Pfälzer Privatsammlungen" wird dem Trend zur Erfassung auch von Privatbeständen entsprochen. Für Österreich sind bisher drei Hefte der Sylloge in den Jahren 1967, 1984 und 1990 vorgelegt worden, in denen jeweils ein kleiner Teil der Sammlung Dreer im Landesmuseum für Kärnten publiziert ist. Der jetzt fünfte Band der österreichischen Serie erfasst die zweite Hälfte der Sammlung des Wiener Neustädter Arztes Dr. Leypold, der sich auf griechische Prägungen aus dem Kleinasien der römischen Kaiserzeit spezialisiert hat. Insgesamt umfasst die Sammlung mehr als 2800 Stück, von denen ein großer Teil als Rara und Unica zu bezeichnen ist. Der vorliegende Band bringt die Stücke aus Kilikien bis Galatien, sowie Ergänzungen und Korrekturen zum 1. Teil. Zahlreiche Zitate zu den einzelnen Stücken erlauben es, das idente Stück in der Literatur aufzufinden und bieten darüber hinaus auch Hinweise auf typenverwandte Stücke, oder auf das Vorkommen von Eigennamen. Die Legenden werden buchstabengetreu wiedergegeben, die Bilder werden kurz beschrieben, wobei aber der üblichen vor allzu modischer Interpretation und Ansprache der Vorzug gegeben wurde. Der zweite Band enthält jetzt auch die im ersten Band versprochenen Indices zu beiden Bänden, die eine Bestimmungshilfe bieten. Insgesamt sind in dieser Sammlung etwa 340 Stücke enthalten, für die sich überhaupt kein Literaturnachweis finden ließ. Dieses Werk kann Numismatikern, Althistorikern und allen Altertumskundlern von Nutzen sein, die sich für die Römerzeit in Kleinasien interessieren.