Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Abstract
Der Gegenstand des zugrunde liegenden Symposiums ist die Entstehung eines spezifischen Vokabulars betreffend
"Herrschaft" und "Staat" in südosteuropäischen publizistischen Veröffentlichungen in der Zeit von 1840-1870, um
zu zeigen, daß und wie die Sprachgemeinschaften Südosteuropas in die damalige politische Diskussion in Europa
integriert worden sind.
Die politischen und kulturellen Kontakte der nicht immer miteinander verwandten Sprachen Südosteuropas haben
ihre Auswirkungen auf die Entwicklung des Vokabulars betreffend "Herrschaft" und "Staat". Auf der Grundlage
lexikalischer Einheiten aus den Quellen kann festgestellt werden, wie die relevanten Begriffe durch Lehnwörter,
Lehnübersetzungen und semantische Innovationen im traditionellen Wortschatz ausgedrückt werden. Spezielle
Aufmerksamkeit gilt charakteristischen Kontexten und ihren Implikationen für die Sicht der Dinge. Die Geschichte
des Wortschatzes wird so mit der Ideengeschichte verbunden. Es kommen sowohl großräumige Verbindungen als
auch spezifische Unterschiede zum Vorschein. Die Wortgeschichte wird nach semantischen Feldern geordnet
systematisch behandelt. Die Wörter werden in den Rahmen der vorherrschenden Denkungsarten im Gefolge der
revolutionären Ereignisse von 1848 und der Wirkung ihrer bleibenden Folgen, die die Grundlagen für die Moderne
in diesem Teil Europas gebildet haben, behandelt.