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Die Wiener Genesis im Rahmen der antiken Buchmalerei.

Die Wiener Genesis im Rahmen der antiken Buchmalerei.

Barbara Zimmermann (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3527
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 27.01.2003
  • Projektende 08.01.2004
  • Bewilligungssumme 12.996 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (100%)

Keywords

    Spätantike - Frühes Christentum, Illustrationsverfahren, Buchmalerei, Genesis-Ikonographie

Abstract

Die 48 Miniaturen der sog. Wiener Genesis (Cod. Vind. theol. gr. 31), einer illustrierten Purpurhandschrift des 6. Jhs.n.Chr., wurden jüngst noch als Beleg gewertet für die Existenz von illustrierten Bibelhandschriften in jüdisch- hellenistischen Kreisen; eine solche Buchrolle wurde auch als Archtyp für den Miniaturenzyklus der Wiener Genesis angenommen. Diese Theorie beruht auf den Forschungen von Kurt Weitzmann (und in Folge der `Weitzmann`schen Schule`), der - basierend auf der Methode des picture-criticism` - eine blühende Buchmalerei schon in hellenistischer Zeit postulierte, auf welche nahezu alle antiken narrativen Zyklen zurückgingen. Eine Forschungsgeschichte mit einer ausführlichen Methodendiskussion, die deutlich macht, dass der Schulenstreit` bis heute noch nicht gelöst ist, leitet daher die Studie ein. Um die von Weitzmann rekonstruierte Geschichte der antiken Buchmalerei überprüfen zu können, enthält Teil A einen Überblick über alle erhaltenen illustrierten Handschriften(fragmente) und sog. Illustrationszeugen, wobei hier streng nach wissenschaftlichem und narrativem bzw. antikem und mittelalterlichem Material getrennt wird. Dieser Überblick dient als Voraussetzung für die den Hauptteil (Teil B) umfassende Analyse der einzelnen Miniaturen der Wiener Genesis. Die Resultate zu den einzelnen Miniaturen werden schließlich in einem auswertenden Teil zusammengefasst und interpretiert. Wichtigste Ergebnisse sind: Die Wiener Genesis ist - entgegen bisheriger Annahmen - eine Neuschöpfung des 6. Jhs.; der Miniaturenzyklus wurde eigens für das Codexformat geschaffen basierend auf gängigem Bildformular und in engstem Zusammenhang mit dem paraphrasierten Bibeltext. Alle Ungereimtheiten, die bislang immer als Beweis für einen Archetyp in hellenistisch-jüdischen Kreisen angeführt und mit exegetischen Texten erklärt wurden, können aus dem engen Bild-Text-Verhältnis innerhalb der Handschrift, aus dem Bildformular und dem zugrunde liegenden - hier rekonstruierten - Illustrationsverfahren erklärt werden. Überlegungen zu Malerhänden und Entstehungsprozess der Handschrift bekräftigen diese Ergebnisse. Die Resultate aus Teil B zusammen mit dem Überblick der Illustrationszeugen (Teil A) lassen den Schluss zu, dass erst mit der Akzeptanz des Codex als Buchform und dessen Eindringen in große Bibliotheken im Laufe des 4. Jhs.n.Chr. ein neuer Kunstzweig entsteht: die malerische Ausstattung von Büchern diverser Gattungen für ein reiches Publikum.

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