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Feldkirchen in Kärnten

Feldkirchen in Kärnten

Christian Gugl (ORCID: 0000-0001-6607-959X)
  • Grant-DOI 10.55776/D3504
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 03.03.2003
  • Projektende 18.07.2003
  • Bewilligungssumme 4.870 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Ferrum Noricum, Vicusforschung, Beliandrum, Römerzeitliche Eisenverhüttung, Tabula Peutingeriana, Archäometallurgie

Abstract

Die Ursprünge des römischen Feldkirchen reichen bis in augusteische Zeit zurück. Bei sämtlichen Fundstellen im Stadtgebiet von Feldkirchen ist bisher ein eindeutig spätlatènezeitlicher Fundhorizont nicht zum Vorschein gekommen. Eine Bevölkerungs- und Bebauungskontinuität von dem östlich der Tiebel gelegenen mittellatènezeitlichen Gräberfeld zur frühkaiserzeitlichen Siedlung des 1. Jahrhunderts n. Chr. lässt sich somit archäologisch nicht herstellen. Die wichtigsten siedlungsgenetischen Prozesse in Feldkirchen scheinen somit frühestens in mittel- bis spätaugusteischer Zeit offenbar in Form einer Neugründung erfolgt zu sein. Nicht unwesentlich für die Platzwahl wird die vorteilhafte verkehrsgeographische Lage am Schnittpunkt wichtiger Straßenrouten und an einem Flussübergang gewesen sein. Die in Feldkirchen beobachteten Rennöfen, umfangreichen Eisenschlackenhalden und die durch G. Sperl vorgenommenen metallurgischen Untersuchungen belegen hier eine römerzeitliche Eisenproduktion, die in Anbetracht der in der Umgebung auftretenden Inschriften mit der Herstellung des Ferrum Noricum in Verbindung zu bringen ist. Die archäologische Erforschung des Ferrum Noricum weist große Defizite auf. In Feldkirchen hat es den Anschein, dass angesichts der siedlungsgeschichtlichen Ergebnisse die römische Eisenherstellung offenbar nicht auf lokale spätlatènezeitliche Strukturen zurückgeht. Wenn wir in den Jahrzehnten nach der Okkupation des Regnum Noricum so etwas wie einen wirtschaftlichen Boom in Feldkirchen annehmen können, ist doch nicht ausgeschlossen, dass während der Latènezeit zumindest in der Umgebung Sumpferze abgebaut und verhüttet wurden. Nur im Rahmen eines interdisziplinären Projekts, das gezielte archäologische Grabungen sowie - konzentriert auf eine Siedlungskammer - flächendeckende Surveys und Prospektionen in Verbindung mit vergleichenden Rohstoff- und Werkstoffuntersuchungen umfasst, wird es möglich sein, sowohl derartige dezentrale Siedlungs- und Produktionsformen als auch die komplexeren Organisationsstrukturen während der römischen Kaiserzeit besser in den Griff zu bekommen. Feldkirchen, das man vermutlich mit dem auf der Tabula Peutingeriana genannten Beliandrum wird gleichsetzten können, spielte dabei offensichtlich eine wichtige Rolle.

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