Übersetzungswissenschaft im interdisziplinären Dialog
Übersetzungswissenschaft im interdisziplinären Dialog
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
Übersetzungswissenschaft,
Wissenschaftstheorie,
Interdisziplimarität,
Soziologie,
Semiotik,
Comics
Mit der vorliegenden Arbeit werden 2 Ziele verfolgt: Zum einen die Beschreibung und Erklärung der Entwicklung der Übersetzungswissenschaft zu einer eigenständigen Disziplin und zum anderen die Erschliessung des bis heute vernachlässigten Bereichs der Comics für die Übersetzungswissenschaft. In Kap. 1 werden die wissenschaftstheoretischen und -soziologischen Faktoren diskutiert, die die Übersetzungswissenschaft von einem Teilbereich der Linguistik und Literaturwissenschaft zu einer Disziplin eigenen Rechts führten. Dabei werden vor allem die unsystematische und mangelhafte Integrierung in den Fächerkanon der Linguistik und die allzu enge Definition des Begriffs `Übersetzung` näher in den Blick genommen. Kap. 2 definiert und schärft das Profil der noch jungen Disziplin mit Hilfe des in der einschlägigen Literatur häufig verwendeten `Paradigmen`-Begriffs, der Auseinandersetzung, mit der Bestimmung eines angemessenen Verhältnisses von Empirie und Theorie sowie der Darstellung theoretischer und methodischer Implikationen interdisziplinären Arbeitens. Auf diesen Grundlagen beginnt in Kap. 3 die Erschliessung des Bereichs der Comics für die Übersetzungswissenschaft. Zunächst wird der an Comics gerichtete Trivialitätsvorwurf beleuchtet, danach eine übersetzungsrelevante Definition dieses narrativen Genres vorgenommen und schließlich ein Überblick über die einschlägige Literatur in den verschiedenen Fächern wie Linguistik, Literaturwissenschaft, Semiotik etc. gegeben. In Kap. 4 wird ein zu bestehenden übersetzungswissenschaftlichen Ansätzen komplementärer soziologischer Rahmen vorgestellt, wobei Bourdieus Feld-, Habitus- und Kapital-theorie nutzbar gemacht werden. Die soziologische Dimension der Übersetzung wird anhand einer Geschichte der Comicsübersetzung sowie einer Verlagsumfrage aufgezeigt. Kap. 5 und 6 entwickeln ein Analyseinstrumentarium für bildliche, typographische und verbale Elemente. In diesem Rahmen werden die Kulturspezifik des Bildes, die kommunikativen Funktionen visueller Elemente, die Text-Bild-Beziehungen, die verschiedenen sprachlichen Vorkommen (Titel, Erzähltexte, Sprechblasen, Bildinschriften, Onomatopoien) sowie typische Probleme der Comicübersetzung (Wortspiel, Zitate, Dialekte) behandelt und mit zahlreichen Beispielen veranschaulicht. In Kap. 7 wird anhand einer Fallstudie (der ersten - politisch motivierten - Astérix-Übersetzung die Tragfähigkeit des zuvor entwickelten theoretischen und analytischen Instrumentariums getestet.