Forschungen im Kastell Mautern-Favianis
Forschungen im Kastell Mautern-Favianis
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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KASTELL FAVIANIS,
INTERDISZIPLINÄRE KOOPERATION,
MATERIELLE KULTUR,
CHRONOLOGIE DES PLATZES,
ÖKOLOGIE
Das Manuskript "Forschungen im Kastell Mautern-Favianis. Die Grabungen der Jahre 1996 und 1997" hat die interdisziplinäre Bearbeitung mehrerer kleinflächiger archäologischer Grabungen und Künettenbeobachtungen im Stadtgebiet von Mautern a. d. Donau (Niederösterreich) zum Thema. Die Zeitspanne vom 1. bis zum 5. Jh. n. Chr. bildet den Schwerpunkt der Publikation, die sich jedoch zum Ziel gesetzt hat, die gesamte Geschichte des Ortes von der Frühzeit bis in die Gegenwart, sofern sie sich in Befunden der Grabungen 1996-1997 niederschlug, darzustellen. Ein weiterer Schwerpunkt des Bandes liegt in der Bearbeitung und Analyse des größtenteils keramischen Fundmaterials. Mautern blickt auf eine lange Tradition als Ort mit Töpfereibetrieben von zum Teil überregionaler Bedeutung zurück, die sich im entsprechenden Fundmaterial jedweder Zeitstellung widerspiegelt. Der methodische Ansatz dieser Publikation basiert auf der Interpretation der einzelnen stratigraphischen Einheiten, die im Zuge der Grabungsarbeiten dokumentiert wurden. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen daher nicht nur deren Zuweisung zu einer Periode und zu einem Zeithorizont, sondern auch jene Prozesse, die zu ihrer Entstehung führten. Anhand dieser prozessualen Überlegungen wird die jeweilige Aussagekraft des archäologischen, botanischen und zoologischen Fundmaterials gemessen. Die Befundsituation der Grabung Frauenhofgasse eröffnete die Möglichkeit, eine detaillierte Perioden- und Phaseneinteilung zu erstellen und für den antiken Kastellplatz Mautern erstmals eine genaue chronologische Abfolge der archäologischen Funde aus den vor Ort durch die Befundauswertung gewonnenen Informationen zu generieren. Basierend auf den Ergebnissen der typochronologischen Analysen wurden je nach Befundtyp und Quantifizierbarkeit des Fundmaterials Fragen zum sozio-ökonomischen Umfeld des nordostnorischen Kastellstandorts Mautern erörtert. Von besonderem Interesse ist die Zeit zwischen der Rugierherrschaft des ausgehenden 5. Jhs. n. Chr. und der Besiedlung im Frühmittelalter. Die wie an vielen Orten Europas auch in Mautern präsente dark earth gibt Anlaß zu prozessualen Überlegungen hinsichtlich der Siedlungsmuster zu jener Zeit. Punktuell wurde der Versuch unternommen, Befunde der jüngeren und jüngsten Vergangenheit des Ortes aufzuzeigen, um die Vielfalt und Kontinuität der Besiedlungsgeschichte von Mautern a. d. Donau zu illustrieren.