Die Münzprägung der Kaiser Valerianus I./Gallenius (253/268)
Die Münzprägung der Kaiser Valerianus I./Gallenius (253/268)
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Druckkostenbeitrag D 3241Die Münzprägung der Kaiser Valerianus I./Gallienus (253/268)Robert GÖBL, Michael ARAM08.05.2000 Robert Göbl, Die Münzprägung der Kaiser Valerianus I. / Gallienus / Saloninus (253/268), Regalianus (260) und Macrianus / Quietus (260/262). Moneta Imperii Romani, Band 36, 43, 44. Moneta Imperii Romani (MIR) ist ein Unternehmen, das von Robert Göbl an der Numismatischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften begründet wurde und sich die systematische Aufarbeitung der kaiserzeitlichen Münzprägung Roms von Augustus bis zur großen Münzreform des Diocletianus zum Ziele seta gegenüber herkömmlichen Katalogen und dem internationalen Standardzitierwerk Roman Imperial Coinage (RIC) versucht MIR den Emissionszusammenhang zu rekonstruieren und die verschiedenen Münztypen und Nominalien in ihren sachlichen und chronologischen, wirtschaftlichen wie thematischen Kontext zu stellen. Mit Arbeiten zur Prägestruktur des Tiberius und Gaius (MIR 2/3), Marcus Aurelius, Lucius Verus und Commodus (MIR 18), Maximinus Thrax (MIR 27) und Aurelianus (MIR 47) hat sich das Grundkonzept bereits für unterschiedliche Zeiträume mit ihrer jeweiligen spezifischen Prägestruktur bewährt. Mit der von Göbl nun vorgelegten Prägestruktur der Kaiser Valerianus I., Gallienus und Saloninus (253-268) ist ein weiteres Kapitel römischer Münz- und Geldgeschichte erschlossen, das einen wertvollen Beitrag zur Erforschung der Geschichte des Imperium Romanum in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts darstellt. In einer Präambel, die methodischen und definitorischen Problem gewidmet ist, werden die Schlüsselbegriffe "Emission" und ,Offizin` im Rahmen der spezifischen Strukturen der valerianisch-gallienischen Prägung erklärt und jene Methoden erläutert, die zur Rekonstruktion der Emissionsgliederung in den einzelnen Münzstätten geführt haben. Ein eigenes Kapitel ist dem umstrittenen Problem der Chronologie gewidmet. Hier ist es Göbl gelungen, mit Hilfe des von ihm erarbeiteten Prägegerüsts sowie in Auseinandersetzung mit dem epigraphischen Quellenmaterial neue Anhaltspunkte für die Einbindung der großen Masse der undatierten Prägungen und somit auch neue Erkenntnisse für den Ablauf der historischen Ereignisse zu gewinnen. Im Anschluß daran werden in knapper Form die einzelnen Emissionen innerhalb der verschiedenen Münzstätten im Rahmen ihres chronologischen und historischen Kontextes erläutert. Da sich die Signierung der Münzstätten in valerianisch-gallienischer Zeit erst langsam durchzusetzen beginnt, ist gerade das Münzstättenproblem von eminenter Bedeutung und von Göbl in beeindruckender Weise gelöst worden. Das Kernstück der Studie bilden die insgesamt 52 Prägetabellen, in denen das Material innerhalb der einzelnen Münzstätten in chronologischer Folge und nach Emissionen getrennt, übersichtlich dargeboten ist. Dabei ist jeder Münztyp und jedes Nominale zitierbar sowie zur optischen Überprüfung in einem angeschlossenen, umfangreichen Tafelteil lückenlos abgebildet. Die praktische Benutzbarkeit wird schließlich noch durch einen Reverstypen-Atlas erleichtert, in dem die einzelnen Reversmünzbilder der valerianisch-gallienischen Familie zeichnerisch dokumentiert sind. Es bleibt festzuhalten, daß das vorliegende Werk unsere Kenntnis der Münz- und Geldgeschichte der valerianisch- gallienischen Zeit auf eine völlige neue Grundlage stellt. Das bisher verwendete, jedoch fehlerhafte und seit langem veraltete- internationale Standardzitierwerk RIC wird damit vollständig ersetzt und der vorliegende MIR-Band zu einem unverzichtbaren Handbuch für Numismatiker, Archäologen und Historiker.
- Robert Göbl, Österreichische Akademie der Wissenschaften , assoziierte:r Forschungspartner:in